Poonam Stecher Sharma – Sie war es, die der Oscar-Gewinnerin Julia Roberts, 44, bei den Dreharbeiten zu «Eat Pray Love» (USA, 2010) in der Nähe von Delhi den perfekten Lotussitz beibrachte. Während zwei Wochen erlebte die 35-jährige Yogalehrerin den Hollywood-Filmstar als «eine sehr spirituelle Person, die inmitten der Hektik am Set immer die absolute Ruhe behielt». Jetzt eröffnet Poonam, die in einer indischen Yogalehrerfamilie aufgewachsen und mit einem Bündner verheiratet ist, im Zürcher Kreis 4 ihr eigenes Yogastudio «Sanapurna». Es gibt also Hoffnung für alle gestressten Zürcherinnen, die sich – wie Roberts im Film als Liz – trotz Mann, Haus, Karriere und vielen Freunden noch nicht restlos glücklich und erleuchtet fühlen. (rs)
Erika Bertschinger – Lebt sie noch, oder schwebt sie schon? Spekulationen über das irdische Ableben von Uriella halten sich hartnäckiger als die Weltuntergänge, die das «Sprachrohr Gottes» 1991 und 1998 verkündet hatte. Seit 2007 – ein Arzt hatte bei ihr in der Fernsehsendung «Gesundheit Sprechstunde» Krebs diagnostiziert – lässt die Gründerin von Fiat Lux, die sich seit einem Reitunfall im Jahr 1973 für hellsichtig hält, nichts mehr öffentlich verlauten. Im schwarzwäldischen Ibach, dem spirituellen Zentrum der Bewegung, vermisst allerdings niemand den Rummel um «die Weissen», wie Uriellas Anhänger dort genannt werden. Es meldeten sich allerdings immer wieder Schweizer Journalisten, die behaupteten, Uriella sei längst von uns gegangen, verriet Bürgermeister Helmut Kaiser kürzlich der Badischen Zeitung. Bestätigen könne er ihren Tod allerdings nicht; im Einwohnerregister sei die 82-Jährige immer noch gemeldet. «Wäre Frau Bertschinger-Eicke gestorben, wüssten wir das», so Kaiser. Was die Ibacher im Moment mehr euphorisiert, ist, wie die Strassen in ihrem Dorf zukünftig heissen sollen. Namensvorschläge können bis zum 30. Juni bei der Gemeinde eingereicht werden. Garantiert chancenlos sind Kreationen wie Erika-Bertschinger-Strasse oder Uriella-Weg. (rs)
Osama bin Laden – «Tod von Osama bin Laden: Grund zum Jubeln?» So fragte der News-Blog von Yahoo am letzten Montag. Welche Gelegenheit für Volkes Stimme, sich mal wieder Gehör zu verschaffen! Eine kleine Auswahl der Kommentare: «Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten ihn lebend gekriegt.» – «Wer bekämpft Bush, den Massenmörder?» – «Ein Pickel am Hintern der Welt weniger.» – «Jetzt fressen die Fische seine Asche. Was für ein Tag!» – «Wo sind die Beweise? Es ist doch sehr seltsam, dass sie ihren Staatsfeind sofort auf hoher See bestattet haben wollen.» – «Hätten den Kopf mit nach Amerika nehmen sollen, ist doch so üblich bei Kriegern, oder?» – «Jetzt kommt die Gegenrache von Al Kaida. Hack ein Kopf ab und es wachsen zwei nach.» – «Wer ist jetzt hingerichtet worden: Osama oder Obama?» – «Wo Menschen Menschen töten, gibt es niemals Grund zum Jubeln!» – «Osama Bin Laden lebt: er wurde heute zusammen mit Elvis und Lady Diana in einem goldenen Hubschrauber über Loch Ness gesichtet.» – «Auf Nimmerwiedersehen Bin Laden. Und je ein Oscar für den Schauspieler, der Bin Laden erfunden hat und der Ihn gespielt hat.» (rs)
Brian Eno –Bei der Verleihung des Rolex Award für Unternehmergeist in Lausanne, hielt er die Laudatio. Dabei präsentierte der 62-jährige Brite ein paar Skizzen auf einem ausrangierten Hellraumprojektor, der in letzter Minute aus einer Abstellkammer herbeigerollt wurde. Doch was hört Brian Eno, der als Avantgarde-Musiker und Mitbegründer von Roxy Music Popgeschichte geschrieben und mit Stars wie David Bowie, Laurie Anderson, Robert Fripp, John Cale, David Byrne, Peter Gabriel, Coldplay und Bono zusammenarbeitete hat, eigentlich für Musik? Gelegenheit zum Fragen ergab sich am Dessertbuffet. «Vor allem Afro-Beat», verriet er unter vier hungrigen Augen, «aber auch Gospel aus den fünfziger Jahren.» Mit den Beatles habe er längst abgeschlossen. Ein aktueller Tipp? Er überlegte lange. «Anna Calvi», rückte er endlich heraus. Thank you, Mister Eno. (rs)
James Blunt – Würden Sie ihn auf der Strasse erkennen, den berühmten Kuschelrocker, der mit «You’re Beautiful» einen der hartnäckigsten jemals produzierten Ohrwürmer auf die Menschheit losliess? Wer daran zweifelt, ist nicht allein. Sein imagemässiges Waterloo erlebte der 36-jährige Brite an einem Konzert auf seiner letzten Tournee durch Amerika. Es passierte nach einem Bad in der Menge: In kecker Stagediving-Manier hatte sich Blunt mitten ins Publikum gestürzt, doch als er zurück auf die Bühne klettern wollte, hielt ihn ein Bodyguard für einen hysterischen Fan. «Aber ich bin doch der Sänger!», winselte Blunt, brutal zu Boden gedrückt, während die Band weiterspielte. Erst als weitere Offizielle seine Identität bestätigten, liess der übereifrige Security-Mann von ihm ab. Der Titel seines neusten Albums – «Some Kind of Trouble» – hat mit dem Vorfall nichts zu tun. (rs)
Eva Longoria – Feinschmecker kennen es längst: mediterrane Hähnchenbrust im Schinkenkleid, überbackener Spargel im Schinkenkleid, ja sogar Erdbeeren mit mariniertem Mozzarella im Schinkenkleid. Doch letztes Wochenende, in Madrid, wurde es noch appetitlicher: Eva Longoria im Schinkenkleid! Als Moderatorin der MTV Europe Music Awards stakste die 35-jährige Schauspielerin («Desperate Housewives») als Schweinehintern auf die Bühne. Die Kreation war ein Seitenhieb auf Lady Gagas «Fleischkleid», das unlängst für Furore gesorgt hatte. Zwar räumte die Pop-Sängerin drei MTW-Awards ab; modemässig war es aber: Lady Gaga im Schlafrock. (rs)
Jessica Simpson – Die 30-jährige Sängerin und Schauspielerin hat buchstäblich schwere Zeiten hinter sich. Nach ihrer unübersehbaren Gewichtszunahme wurde sie monatelang durch die Klatschpresse bugsiert. Jetzt endlich konnte sie sich gebührend ausweinen. «Es tut weh, wenn in den Medien Unwahrheiten über dich stehen», klagte sie vor einem Millionenpublikum in der Show der Talkmasterin Oprah Winfrey. Dabei habe sie zu keiner Zeit mehr als Kleidergrösse 36 getragen. Immerhin habe sie unerwarteten Trost erfahren: nämlich am Flughafen, während sie von einer Sicherheitsbeamtin von oben bis unten abgetastet wurde. «Frau Simpson, Sie sind ja gar nicht so fett, wie immer geschrieben wird», habe diese zu ihr gesagt. (rs)
Gabriela Amgarten – Und jetzt das: Das Schweizer Fernsehen sagt kurzfristig den Start der geplanten Quiz-Sendung «Traders» mit Moderator Roman Kilchsperger ab. «Zu langatmig», so das unglaubliche Verdikt der SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten. Dabei versprach die heiss erwartete Zocker-Show so spannend zu werden. Auf der Website des Schweizer Fernsehens ist beschrieben, wie's funktioniert: «Ein Einzelkandidat muss 10 Fragen beantworten. Für jede korrekt beantwortete Frage erhält er einen Geldbetrag gutgeschrieben. Falls der Einzelkandidat eine Antwort nicht weiss oder sich absichern will, kann er bei den Traders eine Antwort zu einem auszuhandelnden Geldbetrag erkaufen. Dieser Betrag orientiert sich am jeweiligen Fragewert (z.B. Frage Nr. 4 = Fr. 1000). Der Einzelkandidat hat aber keine Garantie, dass die Antwort des Traders auch tatsächlich stimmt (z.B. Bluff, Irrtum).» Wahnsinn! Doch es wird noch dramatischer – denn jetzt folgt die sogenannte «Krux»: «Der Einzelkandidat muss alle 10 Fragen richtig beantworten und kann nicht vorher aus dem Spiel aussteigen. Einzig die hochdotierte elfte Frage, die Bonusfrage, ist fakultativ.» Kein Zweifel: bei diesem Drehbuch hat Alfred Hitchcock persönlich mitgewirkt. (rs)
Naomi Campbell – «Diamonds are a girl's best friend», trällerte Marilyn Monroe vor 58 Jahren. Ein Kuss möge grossartig sein, doch damit könne man sich nichts kaufen. Diamanten waren letzte Woche ein Thema am Sondergerichtshof für Sierra Leone in Den Haag. Im Zeugenstand sass niemand Geringeres als Supermodel Naomi Campbell. Doch anders als Monroe bezeichnete die 40-Jährige die «besten Freunde» als «kleine, dreckig aussehende Steine». Zwei Typen hätten ihr diese in einem kleinen Säckchen mit den Worten «ein Geschenk für Sie» im September 1997 nach einem von Nelson Mandela organisierten Benefiz-Dinner aufs Hotelzimmer gebracht. Der Verdacht: Es handle sich um Blutdiamanten, die der wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagte ehemalige Präsident Liberias, Charles Taylor, während des Bürgerkriegs als Gegenleistung für Waffenlieferungen erhalten haben könnte. Von alledem zeigte sich das britische Mannequin ungerührt. Sie habe die Rohdiamanten nicht einmal als solche erkannt. «Ich bin daran gewöhnt, Diamanten glänzend und in einer Schachtel zu sehen, wissen Sie.» Wie formulierte es einst die Monroe? «Männer werden kalt, die Mädchen werden alt. Doch diese kostbaren Steinchen verlieren niemals ihre Form.» (rs)
Tom Jones – Das neue Album des 70-jährigen Entertainers, «Praise & Blame», das in zwei Wochen erscheinen soll, ist jetzt schon ein Skandal. Nicht etwa weil darauf neue Hits im Stil von «Sex Bomb» oder «Mama Told Me» versammelt wären, mit denen der stimmgewaltige «Tiger» seine weiblichen Fans nach Belieben dazu bringt, ihre Unterwäsche auf die Bühne zu werfen. Sondern weil in diesen Tagen ein internes E-Mail des Plattenmanagers David Sharpe an die Öffentlichkeit gekommen ist. «Ich habe mir gerade das gesamte Album angehört und möchte wissen, ob das ein kranker Scherz ist», schreibt darin der entsetzte Vizepräsident von Island Records. Und weiter: «Wir haben kein Vermögen in einen berühmten Musiker gesteckt, um von ihm zwölf Lieder aus dem Kirchengesangsbuch zu bekommen.» Die Bosse hätten vorgewarnt sein müssen: Kurz bevor sie Tom Jones letzten Oktober mit rund 3 Millionen Franken von EMI weglockten, hatte dieser verkündet, seine Haare nicht mehr färben und in Ehren ergrauen zu wollen. (rs)
Barbara Burtscher – Die 25-jährige Lehrerin aus Wattwil hatte einen Traum: Als Astronautin wollte sie zum Mond, nein, sogar zum Mars fliegen. Die Einzigen, die tatsächlich abhoben, waren die Medien. Diese überschlugen sich in ihrer Begeisterung: «Packen für den Mars» (Schweizer Illustrierte); «Schon mit einem Bein auf dem Mars» (Blick); «Vom Klassenzimmer zur Marsstation» (20 Minuten). Doch seit dem jähen Burtscher-Grounding im Tages-Anzeiger – «Die eingebildete Astronautin» – gilt die Toggenburgerin als Hochstaplerin. Sie erhielt Morddrohungen, wurde mit 40 Grad Fieber krankgeschrieben, tauchte unter. Jetzt kommt der Gegenangriff. Auf www.barbaraburtscher.ch publiziert die Astrophysikerin ihre Gegendarstellung. Punkt eins: «Unwahr ist, dass Barbara Burtscher je behauptet hat, Astronautin zu sein.» Stimmt eigentlich. Denn hätte sie so etwas je von sich aus behauptet, hätte es ihr von Anfang an kein einziger Mensch geglaubt. (rs)
Riley Keough – Ihr Grossvater, Elvis Presley, war der «King of Rock'n'Roll». Ihre Mutter, Lisa Marie Presley, heiratete 1994 den «King of Pop», Michael Jackson – und das nur gerade zwei Wochen nach ihrer Scheidung von Danny Keough. Opa Elvis und Onkel Jacko haben unterdessen unter mysteriösen Umständen das Zeitliche gesegnet; jetzt schlägt die Stunde für Riley Keoughs eigene Karriere. In den USA hat die 20-jährige Schauspielerin mit Nebenrollen in «The Runaways» und «The Good Doctor» bereits Anlauf genommen. Den internationalen Durchbruch strebt sie nun in der vierten Auflage des Action-Klassikers «Mad Max» an. Für die Hauptrolle ist – nach Mel Gibson – der 32-jährige «Inception»-Star Tom Hardy vorgesehen. Die Elvis-Enkelin und Jacko-Nichte Riley Keough wurde als eine von fünf Frauen auserkoren, die der rachsüchtige Ex-Polizist Max Rockatansky im Krieg gegen marodierende Rockerbanden beschützen muss. Als weitere Besetzung im Aufgebot vonRegisseur George Miller steht Zoe Kravitz, die 22-jährige Tochter von Rockmusiker und Neo-Hippie Lenny Kravitz, 46 (letztes Album: «It Is Time for a Love Revolution»). Wir können also beruhigt feststellen: Die Revolution hat ihre eigenen Kinder doch nicht gefressen. (rs«)
Jörg Kachelmann – Als der Wetterfrosch nach 132 Tagen Untersuchungshaft wieder vor die Kameras trat, notierte die Welt sein süffisantes Lächeln. Für noch mehr Furore sorgte allerdings sein blütenweisses Shirt. Dessen körperbetonter Schnitt liess keinen Zweifel: Jörg Kachelmann, 52, hatte «mindestens fünf Kilo abgenommen», so die Schätzung des Blick. Obschon die Bilder wochenlang durch die Presse geisterten, wurde die Kreation – wahrscheinlich aus hautverträglicher Öko-Baumwolle – kein neuer Modetrend. Mehr Erfolg hat da schon der deutsche Bundestrainer Joachim «Jogi» Löw, 50, mit seinem stahlblauen Pulli, den er bei der Fussball-WM in Südafrika bis zur bitteren Niederlage gegen Spanien trug. Beim Modell «aus herrlich weichem Babykaschmir» mit V-Ausschnitt, erhältlich für 199 EUR bei Strenesse, ist zur Zeit wegen grosser Nachfrage mit vier Wochen Lieferfrist zu rechnen. (rs)
Sheryl Crow – «Ich habe aufregende Neuigkeiten für euch», verkündet Sheryl Crow auf ihrer Website: «Wyatt hat einen neuen kleinen Bruder!» Levi James ist das zweite Adoptivkind der 48-jährigen Sängerin («If It Makes You Happy»), die – seit der Trennung von Radprofi Lance Armstrong vor vier Jahren – mutterseelenallein lebt. Crows autonomes Familienglück soll nun auch bei deren Freundin, der 41-jährigen Schauspielerin Jennifer Aniston («Love Happens»), den unwiderstehlichen Wunsch nach einem eigenen Kind hervorgerufen haben. «Warte nicht darauf, dass ein Mann dir die Familie macht», soll Crowe gemäss den Aussagen eines Vertrauten im National Enquirer gesagt haben. Ganz offensichtlich mangelt es nicht an Vorbildern, wenn es um das Adoptieren von Kleinkindern geht. Unbestrittene Vorreiterin ist die Schauspielerin Angelina Jolie («Lara Croft: Tomb Raider»), die 2001 den herzigen Maddox aus Kambodscha holte, dem sie 2005 Schwesterchen Zahara aus Äthiopien und 2007 Brüderchen Pax aus Vietnam zur Seite stellte. Ebenfalls zur dreifachen Adoptivmama hat es Kollegin Sharon Stone («Basic Instinct») mit ihren Söhnen Roan, Quinne und Laird gebracht. Nicht weniger stilbildend wirkt die Popkönigin Madonna («Like a Virgin»), die 2006 und 2009 völlig legal die beiden Waisenkinder David und Mercy aus dem afrikanischen Malawi entführte. Offen bleibt, ob nur selbstlose Kinderliebe hinter dem prominenten Nachwuchssegen steckt. Immerhin war auch die unsterbliche Hollywood-Ikone Marilyn Monroe ein Adoptivkind. (rs)
Neil Armstrong – War die Mondlandung wirklich ein so «grosser Schritt für die Menschheit», wie der legendäre US-Astronaut am 20. Juli 1969 behauptete? Eindeutig ja, denn erst Neil Armstrong hat die Firma Frisco in Rorschach SG auf die Idee gebracht, noch im selben Jahr eine tiefgekühlte Rakete mit Ananas- und Orangengeschmack und Schokoladenspitze in die Umlaufbahn zu bringen. Über zwölf Millionen Wassereis-Flugobjekte verlassen jährlich die Findus-Fabrik am Bodensee – und so gehört die Schweiz seit mehr als vierzig Jahren irgendwie auch zu den grossen Weltraumnationen. Seit dem Jubiläum im letzten Jahr gibt es den weltberühmten Klassiker übrigens nur noch ohne künstliche Farbstoffe. Das ist wahrer Pioniergeist! Damit hat die Frisco-Rakete eindeutig die Schoggi-Nase vorn. (rs)
Paul Farnham – Modefotografen sind dankbare Zielscheiben: Sie geraten unter Beschuss, wenn ihre Models zu dünn wirken («Anstiftung zur Bulimie!»); aber auch, wenn sie zu üppig aussehen («Verharmlosung von Adipositas!»). Einen Ausweg hat der britische Starfotograf Paul Farnham gefunden. In seinem neuen Bildband «Schöne Schafe» inszeniert er blökende Topmodels unterschiedlichster Abstammung und Körperfülle in exklusiven Wollkleidern. Ergänzt werden die eindrücklichen Porträts mit Erläuterungen von Kathryn Dun, einer der weltweit führenden Schafexpertinnnen. Bereits Farn¬hams letzter Band, «Schöne Schweine», hatte sich als Erfolg entpuppt. Das müsste Heidi Klum («Germany’s Next Topmodel») eigentlich zu denken geben... (rs)
Karl Wald – Kaum zu glauben: Bis vor 40 Jahren wurden grosse Fussballturniere nach einem Unentschieden durch einen Münzwurf oder das Los entschieden. Dieser Lotterie wollte Karl Wald aus Frankfurt, von Beruf Friseur und selbst Schiedsrichter, nicht mehr tatenlos zuschauen. Mit seiner Idee, dem alles entscheidenden Elfmeterschiessen nach der Verlängerung, konnte er sich 1970 beim Deutschen Fussball-Bund durchsetzen; kurz darauf übernahmen Uefa und Fifa die neuen Regeln. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, dass die berühmten 11 Meter genau genommen 12 Yards sind – oder umgerechnet 10,9728 Meter. Ärgerlich, aber Fairplay muss sein. (rs)
Julia Saner – Eher selten wird in der Presse vermeldet, wenn eine Schülerin ihre Matura-Prüfung bestanden hat. Eine Ausnahme ist da Julia Saner, das Elite-Topmodel von 2009. «Ich bin so glücklich, dass ich es geschafft habe», wird die 18-jährige Bernerin in der Pendlerzeitung 20 Minuten zitiert. Wir gratulieren zur mittleren Reife – obschon wir von der Note 4,5 in Deutsch schon ein bisschen enttäuscht sind. (rs)
Mark van Huisseling – «Wo, bitte, waren die Promis?», lästert die Programmzeitschrift Tele nach Mark van Huisselings erster Sendung «MvH – The Place to Be» auf Pro Sieben. Zu lesen war dies auf der Seite «Leute», illustriert mit einem Foto mit obligater Sonnenbrille. Die Antwort versteht sich von selbst: MvH ist der Promi. Wer denn sonst? (rs)
Heidi Montag – Im Jahr, nachdem sie im Film «Transformers» (2007) die unwiderstehliche Freundin von Shia LaBeouf gespielt hatte, wurde die amerikanische Schauspielerin Megan Fox zur «Sexiest Women in the World» gekürt. Nach der Fortsetzung – «Transformers – Die Rache» (2009) – fiel die 24-Jährige hinter Cheryl Cole auf den zweiten Platz zurück. Folgerichtig gab sie bekannt, in der dritten Folge nicht mehr mitspielen zu wollen – was wiederum das amerikanische Sternchen Heidi Montag, 24, motivierte, sich als Ersatz ins Spiel zu bringen. Über ihre Twitter-Seite liess sie den Regisseur Michael Bay wissen: «Ich liebe deine Arbeit. Ich weiss, was für ein Genie du bist. Besetze den nächsten ‹Transformers›-Film mit mir.» Im Bewerbungsvideo richtet sie eine Waffe gegen sich selbst – wohl als subtile Ankündigung der Folgen einer Nicht-Nominierung. Selbstzweifel scheint die Blondine, die durch Auftritte in den Reality-Shows «Laguna Beach» und «The Hills» auf MTV zu Berühmtheit gekommen ist, nicht zu kennen. «Ich liebe mich! Und ich liebe das Leben! Jeder Moment zählt!», twitterte sie drauflos. «Ich habe mich noch nie sexier, glücklicher oder wohler in meiner Haut gefühlt. Ich sehe wirklich so aus, wie ich es mir immer erträumt habe, ich liebe Amerika und die Freiheit!» Wer wollte ihr da widersprechen? (rs)
Stress – Der 33-jährige Rapper aus Lausanne leidet noch mehr als sonst. Nicht wegen der Hitze. Nicht wegen der SVP. Nicht wegen den Abzockern. Höllische Rückenschmerzen nach einem Bandscheibenvorfall sind der Grund. Am Open Air Frauenfeld letztes Wochenende quälte er sich trotzdem auf die Bühne; und auch diesen Samstag am Moon and Stars in Locarno will Stress sich tapfer durchbeissen. Warum tut er sich das an? Seinen Sponsoren zuliebe? Oder weil das öffentliche Leiden seine Botschaften noch glaubwürdiger erscheinen lässt?(rs)
Eveline Widmer-Schlumpf – Eine brave Hausfrau im schwarz-weissen Schneeleoparden-Blüschen ziert das Titelbild der aktuellen Coopzeitung. Schlagzeile: «Das Rezept von Frau Bundesrätin.» – «Das Heimchen am Herd mit dem Kochlöffel in der Hand gleicht tatsächlich der Justizministerin», denkt man. Also sofort nachschauen, welcher Komödiant sich hier ein peinliches Scherzchen erlaubt hat. Claudio Zuccolini, Viktor Giacobbo oder David Bröckelmann? Auf Seite 14 der Schock: Es ist wirklich Eveline Widmer-Schlumpf! (rs)
Udo Jürgens – «Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an», orakelte anno 1978 der heute 75-jährige Schlagerstar Udo Jürgens. Sein grösster Hit wurde allerdings «Buenos Dias, Argentina», den er ebenfalls vor genau 32 Jahren zusammen mit der deutschen Fussball-Nationalmannschaft zum Besten gab. An der WM folgte die peinliche 2:3-Niederlage gegen Österreich sowie das vorzeitige Ausscheiden des Titelverteidigers, was als «Schmach von Córdoba» in die Fussballgeschichte einging. Seither verzichtet die deutsche Elf auf WM-Songs mit dem gebürtigen Österreicher, der in Zumikon ZH residiert und seit drei Jahren Schweizer Bürger ist. Obschon unsterblicher Fussballfan, hat Udo Jürgens auch auf das gemeinsame Singen mit der Schweizer Nati verzichtet und das Feld dem Altrocker Polo Hofer («Manne, mir blybe dranne») überlassen – wohl in der Absicht, der Schweiz eine «Schmach von Durban» zu ersparen. (rs)
Kelis – Wer ist die wirklich würdige Nachfolgerin von Madonna, die sich als Erste ihren Sound – von den Top-Produzenten Mirwais und William Orbit – elektronisch aufmotzen liess und so zur Königin des internationalen Dancefloors wurde? Kylie Minogue, Britney Spears und Shakira rüttelten rhythmisch an ihrem Thron, und soeben erhielt Christina Aguileras neues Album «Bionic» eine pulsierende Auffrischung von Le Tigre und Ladytron. Seit letzter Woche steht nun auch die neue CD «Flesh Tone» von Kelis in den Läden – gnadenlos elektrifiziert von den genialen Sound-Tüftlern Will.i.am und David Guetta. «New-Age-Disco könnte man das vielleicht nennen oder Future-Disco», schwadroniert die Sängerin aus New York, die schon als Kind im Kirchenchor von Harlem auf sich aufmerksam machte und in der Privatschule fleissig Geige, Piano und Saxofon übte. Was sie masslos ärgere, sei allerdings, dass insbesondere Rihanna und Lady Gaga so schamlos bei ihr abkupferten, klagte Kelis im Forum von digitalspy.co.uk. «Ich habe versucht, es zu ignorieren», so die 30-Jährige, die für ihre schrillen Frisuren bekannt ist und mit ihrer Freundin Ashanti die Schuhkollektion «KeShany Heels» kreierte. Doch dann sei sie zur Einsicht gekommen: «Das ist, was wir machen: Wir kopieren gegenseitig unseren Stil.» (rs)
Nicole Kidman – Während der wertkonservative Investor in wirtschaftlich unsicherer Zeit in Edelmetall, namentlich in Gold, investiert, geht die auf Aussenwirkung bedachte Vertreterin des weiblichen Geschlechts bevorzugt in Silikon, sprich: Edelholz – und zwar vor der Hütte. Aktuelles Beispiel der Hausse: Schauspielerin Nicole Kidman. An einem Wohltätigkeitskonzert der Vereinten Nationen in Hongkong präsentierte sich die 42-jährige Ex-Frau von Tom Cruise und Ex-Scientologin wundersam aufgeplustert. Die Presse ist sich einig: «Nicole steht der Busen bis zum Hals» (Blick) – «Es lebe die Schwerelosigkeit!» (Süddeutsche). Den Spiegel erinnert die «sonst so knabenhaft geformte Kidman» mit einem Mal an «eine Zwillingsschwester Marilyn Monroes». Und ein Arzt mit Klinik am Bodensee fachsimpelte in Bild über «zwei runde Silikon-Gel-Kissen», je «250 bis 300 Gramm» schwer. Was für eine Wende! Bisher war bei Kidman nur von missratenen Botox-Behandlungen die Rede, die ihr Gesicht zur Maske erstarren liessen. Entsprechend dürftig waren die Angebote aus Hollywood. In ihrer letzten Rolle spielt sie in «The Danish Girl» einen Transsexuellen, der – nach einer wahren Begebenheit – 1931 die erste operative Geschlechtsumwandlung an sich vornehmen liess. Das Drehbuch muss sie inspiriert haben. (rs)
Bono – Was ist los mit dem Sänger der irischen Rockband U2? Seit er letzte Woche in München am Rücken notoperiert werden musste, herrscht Funkstille. Ausgerechnet bei Bono, der mit seinen politischen Statements immer so viel Rückgrat bewiesen hatte. Verletzt hat sich der Fünfzigjährige – sein Name ist nicht etwa von bone (engl. für Knochen) abgeleitet, sondern vom lateinischen bona vox («gute Stimme») – bei den Vorbereitungen für die geplante «360 Grad»-Welttournee. Wahrscheinlich, weil er das Motto allzu wörtlich genommen hat. (rs)
Mia Aegerter – Die Deutschen kennen sie von Auftritten in der RTL-Seifenoper «Gute Zeiten, schlechte Zeiten». Später veröffentlichte sie als Popsängerin die Alben «So wie i bi» (2004), «Vo Mänsche u Monschter» (2006) und «Chopf oder Buuch» (2009). Dazwischen tauchte Mia Aegerter kurz als Jurymitglied neben Detlef «D!» Soost und Chris von Rohr in der Fernsehshow «Music Star» auf. Trotz ihres grenzüberschreitenden Erfolgs ist die 33-jährige Schweizerin bodenständig geblieben. «Hier fühle ich mich zuhause», verriet sie dem Magazin Attika, «ich finde es immer toll, wenn ich in Deutschland war und mit dem Auto an die Grenze komme und der Zöllner sagt: ‹Herzlich willkommen, Frau Aegerter, und gute Heimfahrt.›» (rs)
Ian Anderson – Höchst Eigentümliches war Anfang Woche an einem Rockkonzert im Zürcher Klub «X-tra» zu beobachten. Hier spielten die eingefleischten Fans im Publikum nämlich nicht wie gewohnt Luftgitarre. Stattdessen platzierten sie beide Hände auf Mundhöhe, während sie auf einem Bein balancierten und das andere seitlich abwinkelten. Es war dies eine Huldigung an den 62-jährigen Sänger und kongenialen Querflötisten Ian Anderson, der mit seiner Band Jethro Tull die Rockwelt seit nunmehr über vierzig Jahren begeistert. (rs)
Fergie – «Sie schlägt gleichzeitig Purzelbäume, macht den Handstand, jongliert drei Bälle, balanciert Bücher auf dem Kopf, hängt kopfüber, fährt einhändig Einrad – und trägt da- bei die unterschiedlichsten Kleider», schreibt allmusic.com über die hyperaktive Frontfrau der US-Hip-Hop-Band Black Eyed Peas, der innovativsten und heissesten Live-Performance der Gegenwart (gestern Abend im Zürcher Hallenstadion). Dabei begann die Karriere von Stacy Ann Ferguson, 35, nicht gerade vielversprechend: Sie synchronisierte Charlie Browns Schwester Sally in der Comic-Serie «Peanuts», gastierte in der TV-Soap «Eine schrecklich nette Familie» und trällerte den Titelsong zu «Shrek der Dritte». Resultat: psychische Probleme, Ecstasy- und Crystal-Missbrauch, Therapie. 2003 von Mastermind Will.i.am engagiert, bringt sie seither ihre wahren Talente zur Geltung. Thematisiert werden diese im Rap-Dialog «My Humps». Will.i.am: «Was willst du tun mit dem riesigen Hintern, diesem riesigen Hintern in deiner Jeans?» Darauf Fergie: «Ich lass dich schreien, wegen meinen Kurven, meinen süssen weiblichen Rundungen. Zieh’s dir rein.» Prompt schaffte sie es in die Top Ten der attraktivsten Frauen der Welt im Männermagazin Maxim und wurde – als Nachfolgerin von Jennifer Aniston – zur Frau mit den schönsten Beinen im Showgeschäft gekürt. (rs)
Pius Walker – Es war die Falschmeldung des Jahres in der Werbebranche. Der «Zürcher Starwerber» Pius Walker, 38, sei «mit blutjunger asiatischer Freundin nach Fernost» durchgebrannt. Frau und Kind samt Werbeagentur habe er zurückgelassen, berichtete Klatschkolumnistin Hildegard Schwaninger im Tages- Anzeiger. Bereits witterte man einen Hauch von Glamour und Skandal in der ansonsten eher ereignislosen Szene: Endlich mal ein Werber, der auch ausserhalb der Bürozeiten über die Schnur haut. Doch schon folgte das trockene Dementi auf dem Medienticker persönlich.com. Seine Agentur habe er nicht aufgegeben, den Wohnsitz nicht nach Schanghai verlegt. Doch, seltsam: Mit keinem Wort werden Frau, Kind und die «blutjunge asiatische Freundin» erwähnt. (rs)
Céline Dion – Lang ist’s her, seit sie 1988 am Eurovision Song Contest in Dublin mit «Ne partez pas sans moi» – notabene von Nella Martinetti getextet – für die Schweiz siegte. Heute gehört die frankokanadische Sängerin Céline Dion, 42, mit 250 Millionen verkauften Tonträgern zu den grössten Popstars aller Zeiten. Ihr grösster Erfolg war 1997 der Schmachtfetzen «My Heart Will Go On» für James Camerons Film «Titanic» mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen. Finanziell hält sich die Grammy-Gewinnerin heute mit einem fünfjährigen Engagement des Caesars Palace in Las Vegas über Wasser, der eigens für sie The Colosseum mit 4296 Sitzplätzen errichten liess und ihre Auftritte mit hundert Millionen Dollar entschädigt. Auf ihrem Anwesen auf Jupiter Island in Florida hat sie sich nun – ähnlich wie Michael Jackson mit Neverland – ihr Denkmal errichten lassen: einen gigantischen privaten Aquapark mit verschlungenen Rutschen, zwei Olympiaschwimmbecken und einem künstlichen Fluss inklusive dekorativer Brückchen. Dass das Meer einen Katzensprung entfernt ist, scheint die singende Wasserratte nicht zu kümmern. Gerade aus Schweizer Binnensicht hat man dafür grösstes Verständnis. (rs)
Kesha – Das Auffälligste an ihr ist ihr völlig normales Aussehen. Blonde Locken, hübsches Gesicht, sympathische Ausstrahlung – ganz die Kindergärtnerin von nebenan. Umso extravaganter ist das Benehmen von Kesha, dem neuen Popsternchen am internationalen Hitparadenhimmel («Tik Tok», «Blah Blah Blah»). Immer um Skandale bemüht, lässt die 23-jährige US-Sängerin, die ihre Karriere als Background-Sängerin von Britney Spears startete, keine Gelegenheit aus, um ihren aggressiv-schrillen Vorbildern Lady Gaga oder Pink nachzueifern. So übergab sie sich neulich auf einer Privatparty bei Paris Hilton kurzerhand im begehbaren Schrank – und sorgte anschliessend gleich selbst für die gebührenden Schlagzeilen. «Stimmt, ich habe in Paris Hiltons Schrank gekotzt», gab sie zu Protokoll, «ehrlich gesagt, ich dachte, es sei ihr Badezimmer.» Das war aber noch nicht alles. Für ein Fotoshooting in der aktuellen Ausgabe des berühmten Interview Magazine liess sie sich, ganz im animalischen Aboriginal-Look, mit hautfreundlichen Fingerfarben vollschmieren. Krass fanden das die Fans, und Kesha betonte sogleich: «Ich möchte, dass die Leute mich in einem magischen Licht wahrnehmen, als verrückten Freak.» Es ist nicht zu übersehen: Gerade bei Normalos scheint es angesagt zu sein, möglichst schräg sein zu wollen. (rs)
Sophie Hunger – Man ist vorgewarnt. Sophie Hunger ist genial – aus Sicht ihrer Fans zumindest. In Interviews gibt sie sich überwältigt vom Erfolg und von ihrer Hochbegabung. «Früher habe ich kleine Bomben bei mir platziert, jetzt werfe ich sie raus», sagt sie. «1983», so der Titel des neuen Albums, ist eine Abrechnung mit ihren weniger begabten Altersgenossen, denen sie – nicht gerade weltbewegend – Hedonismus und mangelndes Umweltbewusstsein vorwirft. Wenig freudvoll auch das Cover: der offizielle Soundtrack zur 1.-Mai-Nachdemo? Genügend Gründe also, die Finger von der CD zu lassen. Aber vielleicht ist Sophie Hunger ja tatsächlich das grösste Versprechen seit Krokus, Yello und DJ Bobo. Darum: Augen zu – und «Play». Klingt alles anders. Hier rappt kein weiblicher Stress gegen Globalisierung und Abzocker. Alternative, Independent, Lo-Fi? Fehlanzeige. Vom ersten Ton an überrascht der hochprofessionelle Sound. Produziert wurde «1983» in Paris mit Stéphane Briat, der schon bei Air und bei Phoenix für Wohlklang sorgte. Stilistisch reicht das «Menü Hunger» von Jazzpop über Folk, Blues bis zu Ambient-Electro. Dazu kommt die einprägsame Stimme der 27-Jährigen. Sie singt mehrheitlich Englisch, was für distanzierte Coolness sorgt – aber auch für Austauschbarkeit. Auf Französisch kann sie’s ebenfalls; damit wurde schon Stephan Eicher zum respektierten Künstler. Überhaupt, alles bei Sophie Hunger schreit nach hohem Anspruch. Und die Fans kaufen es ihr ab. Besonders aufgesetzt, ja peinlich ist das Titellied in gestelztem Hochdeutsch. («1983. Wo sind deine Stimmen? Wo sind deine Ausnahmen, deine Mongoloiden?») Humor ist das einzige Fremdwort bei Hunger, und immer, wenn ihre Musik in gepflegte Langeweile abzugleiten droht, folgt schon der nächste flotte Soundeffekt. ie talentiert die Diplomatentochter aus Bern, die mit bürgerlichem Namen Emilie Jeanne-Sophie Welti heisst (Hunger ist der Mädchenname der Mutter), wirklich ist, deutet sie im Lied «D’Red» an. Ausgerechnet das einzige, in dem sie auf Berndeutsch singt. Nur hier ist sie authentisch, ganz sich selbst, frei von jeglicher Attitüde. Ergreifend, ehrlich. Wie Gölä, aber mit Maturitätsabschluss. (rs)
Emma Watson – «Leute, reden wir doch mal Klartext: Ich habe so viel verdient, dass ich mein Leben lang nicht mehr arbeiten muss.» Das sagte nicht etwa Oswald Grübel an der UBS-Generalversammlung, sondern – ganz ohne Sturm der Entrüstung – die soeben zwanzig gewordene Schauspielerin Emma Watson an einer Premiere. Zur Hollywood-Grossverdienerin avancierte sie als neunmalkluge Hermine Granger an der Seite von Harry-Potter-Hauptdarsteller Daniel Radcliffe. Längst hat sie den brillentragenden Zauberlehrling an Popularität überflügelt; und ganz nebenbei innert zehn Jahren geschätzte zwanzig Millionen Franken aufs Jugendkonto gescheffelt. Betrug ihre Gage in «Harry Potter und der Stein der Weisen» (2001) noch bescheidene 480 000 Franken, lag diese bei «Harry Potter und der Gefangene von Askaban» (2004) bereits bei über 7,3 Millionen Franken. Dabei gibt Watson nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im richtigen Leben die Intelligenzbestie. Seit letztem Jahr studiert sie Literatur an der renommierten Brown-Universität in den USA. «Nach der Verfilmung des siebten und letzten Harry-Potter-Bandes (ab November 2010 im Kino) startet sie in ihre zweite Karriere. Wie wär’s mit exklusiven Seminaren für Topmanager: «Abzocken ohne Imageschaden»? (rs)
Jörg Kachelmann – Werbung mit Prominenten birgt immer ein Gewitterrisiko. Was das heisst, ist zurzeit im Hobby-Markt der Migros bei den Wetterstationen zu besichtigen. Aus dem Regal der «Instruments by Jörg Kachelmann» lächelt einem von den Verpackungen der «Spezialist für moderne Unwetterfrüherkennung» entgegen – ein Bild aus sonnigen Tagen. Bei den Geräten von Irox handle es sich um Wetterstationen neuster Technik, die täglich über Funk die Prognosen des «wohl bekanntesten Wetterfrosches im deutschsprachigen Raum von Europa» empfangen. Seit der «Swiss meteorologist» wegen angeblicher Vergewaltigung hinter Gittern sitzt, stehen die Zeichen allerdings auf Sturm. (rs)
Lena Meyer-Landrut – Während wir mit Michael von der Heide einen schüchternen Chansonnier mit falschem Adelstitel an den Eurovision Song Contest schicken, setzen die Deutschen auf die vorlaute Schülerin Lena Meyer-Landrut aus Hannover. An der Achtzehnjährigen fällt ihr klingender Doppel- name auf, ähnlich wie bei den ansonsten eher glanzlosen Politikerinnen Herta Däubler-Gmelin (SPD), Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) oder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). So ein Name kann auch im sportlichen Wettkampf zum Erfolg führen, wie die Rennrodlerin Silke Kraushaar-Pielach, die Langläuferin Evi Sachenbacher-Stehle oder die Biathletin Simone Greiner-Petter-Memm bewiesen haben. Dass es sogar im Showbusiness funktioniert, zeigt Schauspielerin und «Party-Luder» Jenny Elvers-Elbertzhagen. Also: «Germany – twelve points.» (rs)
André Reithebuch – Mit dem öffentlichen Bekenntnis zu seiner Lese- und Schreibschwäche eroberte der 24-jährige Noch-Mister-Schweiz die Herzen aller Nachsichtigen. Entsprechend selbstbewusst stellte er sich letztes Wochenende den Quiz-Fragen in der Promisendung «Glanz & Gloria». «Mutterkuchen? Das ist der Kuchen, den man der Mama zum Muttertag schenkt», antwortete er im Brustton der Überzeugung. Glücklicherweise fällt die festliche Verspeisung der Plazenta nicht mehr in die Amtszeit des schönen Glarners. Muttertag ist am 9. Mai – just am Vorabend wird André Reithebuchs Nachfolger gekürt. (rs)
Carla Bruni-Sarkozy – Die krassesten Schlagzeilen schreibt derzeit die 42-jährige französische Präsidentengattin. Es begann relativ harmlos mit dem «Gerücht des Jahres»: «Ehe von Nicolas Sarkozy und Carla Bruni in der Krise?» Das Ex-Model turtle mit dem Musiker Benjamin Biolay, ihr Gatte unterhalte eine Affäre mit der französischen Umweltministerin und ehemaligen Karatekämpferin Chantal Jouanno. «Pas de commentaire», liess der Elysée-Palast verlauten. Also griff die Klatschpresse eine Schublade tiefer. Es folgte «Nippel-Alarm». Die First Lady sei ohne BH am Staatsempfang für den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und dessen Ehefrau Svetlana erschienen. Der Skandal habe sich durch das hautenge blau-grüne Abendkleid des französischen Designers Roland Mouret abgezeichnet. Dann kam: «Carla Brunis Popo unterm Hammer!» Natürlich nicht wortwörtlich, sondern im Londoner Auktionshaus Phillips de Pury in London. Dort wurden erotische Bilder versteigert, die der Starfotograf Helmut Newton vor 18 Jahren an der Côte d’Azur geschossen hatte. Und jetzt das: «Carla Bruni schockt mit Gruselmaske». Mit «grotesk verzerrter Mimik» habe sich die sonst so hübsche Präsidentengattin bei den Regionalwahlen an der Seite des Präsidenten gezeigt. Die Haut wie Sandpapier, die Augen in tiefen Höhlen, die Gesichtsmuskeln festgefroren, die Wangen wie aufgepumpt. Während die Medien lustvoll über eine missratene Schönheitsoperation oder ein Botox-Missgeschick spekulieren, behaupten ihre Freunde, sie habe einfach schlecht geschlafen. Kein Wunder, bei dieser Presse. (rs)
Miriam Meckel – Jetzt ist sie in den Bestsellerlisten, die 43-jährige Professorin mit ihrem «Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout». Wir gratulieren zur Fähigkeit, noch im Elend etwas Positives zu schaffen. Doch wer sind die Käuferinnen und Käufer des lukrativen Seelen-Strips? Zum Glück gibt’s bei Amazon die Möglichkeit zu sehen, was Meckel-Kunden sonst noch in ihren Warenkorb legten. Hier eine Auswahl: «Auftanken, bevor die Seele streikt: Kraftquellen finden, wenn alles zu viel wird». «Das Arroganz-Prinzip: So haben Frauen mehr Erfolg im Beruf». «Und plötzlich ist später jetzt: Vom Erwachsenwerden und nicht wollen». «Burnout-Prävention: Das 9-Stufen-Programm zur Selbsthilfe». «30 Minuten für deine Work-Life-Balance». «Pocket-Business: Wege aus dem Burnout». «Burnout bei Frauen: Über das Gefühl des Ausgebranntseins». «Exit: Wohlstand ohne Wachstum». «Erfolgreich ohne auszubrennen: Das Burnout-Buch für Frauen». «Top im Job: Ohne Burnout durchs Arbeitsleben». «Burnout erkennen – überwinden – vermeiden». «Burnout für Dummies: Jede Krise ist auch eine Chance». «Glück: Die Sicht der Ökonomie». «Wenn die Seele S. O. S. funkt: Fitnessprogramm gegen Stress und Überlastung». «Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen». Klingt ziemlich anstrengend, so ein Burnout. (rs)
Simone Niggli-Luder – «Es ist fünf nach zwölf», sagt die 32-jährige Orientierungsläuferin in Ringiers Öko-Beilage SI Grün. Denn: Die 15-fache Goldmedaillen-Gewinnerin aus Münsingen bei Bern sorgt sich ernsthaft um unseren Planeten. Darum hat sie zu Hause Duschköpfe und Wasserhahnen mit Sparvorrichtungen montiert; darum versucht sie, ihren Audi A3, den sie an der Tombola zur Wahl des «Sportlers des Jahres» gewonnen hat, so sinnvoll wie möglich einzusetzen; darum nimmt sie zum Flughafen immer den Zug, wenn sie vier- bis fünfmal im Jahr nach Skandinavien fliegt, um dort in den gesunden Wäldern herumzurennen; darum baut sie zusammen mit ihrem Partner ein Minergie-zertifiziertes Holzhaus mit Erdsonde und Wärmepumpenheizung; und darum engagiert sie sich als Botschafterin für «Velos für Afrika». All dies tut sie zum Wohlergehen unserer Umwelt. Doch leider sind nicht alle Menschen so selbstlos wie das grosse Vorbild von sportlich ambitionierten Orientierungssuchenden. «Irgendwie brauchte es einen ökologischen Super-GAU, der allen die Augen öffnen würde», lautet das vernichtende Fazit der studierten Biologin. (rs)
Xenia Tchoumitcheva – Heute beginnt in Genf der 80. Internationale Autosalon. Grund genug für einen Blick auf den aktuellen Pirelli-Kalender des US-Starfotografen Terry Richardson, in dem unter anderem die beiden 21-jährigen Fotomodelle Daisy Lowe – von Vivienne Westwood als «Stilikone einer neuen Generation» bezeichnet – und Catherine McNeil mit nichts als einem abgefahrenen Sommerreifen posieren. Sind die italienischen Gummis wirklich alles, was von der knisternden Erotik zwischen kurvigem Blech und ebensolcher Weiblichkeit übriggeblieben ist? Vorbei die Zeiten, als sich langbeinige Schönheiten auf phallischen Motorhauben wie die eines Jaguar E Type räkelten? Nicht ganz. Als eine der letzten Unentwegten liess sich die ehemalige Vize-Miss-Schweiz Xenia Tchoumitcheva, 21, im letzten Sonntagsblick in gekonnt aufreizender Stellung zusammen mit einem fahrbaren Untersatz ablichten. Kein schnittiger Macho-Bolide war allerdings ihr Gegenüber, sondern – ganz zeitgemäss – ein knuffiger Smart Electric Drive mit 41 PS «starkem» Magnetmotörchen – garantiert ohne Auspuff und frei von CO2-Emissionen. Zugegeben, die Autos werden immer sparsamer, ökologischer und hybrider. Ganz sicher aber nicht die Frauen – so lange der Jet d’eau das Wahrzeichen der Rhonestadt bleibt. (rs)
Günther Jauch – Letzte Woche wurde «Wer wird Millionär?»-Quizmaster Günther Jauch, 53, ein Opfer deutscher Gründlichkeit, als es um die Differenzierung von Rechtsgütern ging. An der 250 000-Euro-Frage «Welcher Straftatbestand ist in Deutschland im Prinzip straffrei?» entfachte sich der Konflikt. Zur Auswahl standen A: Steuerhinterziehung, B: Gefängnisausbruch, C: Fahrerflucht und D: üble Nachrede. Der Kandidat, ein 30-jähriger Student aus Berlin, konnte keinem einzigen der vier Delikte auch nur einen Hauch von Straffreiheit abgewinnen. Er musste passen – und ging mit bescheidenen 125 000 Euro nach Hause. «Gefängnisausbruch», löste Jauch anschliessend als richtige Antwort auf. Das brachte die Gewerkschaft Strafvollzug, den Bund der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands BSBD, in Rage. Sie stellte klar, dass die korrekte Antwort «Gefängnisentweichung» hätte lauten müssen. Denn: Anders als beim «Ausbruch» komme es bei der «Entweichung» nicht zu strafrechtlich relevanten Schäden. Auch wenn Jauch jetzt vorgeworfen wird, er animiere seine Landsleute zum Gefängnisausbruch: Eine Steuerhinterziehung wird beim eingeschüchterten Kandidaten ganz sicher nicht zu befürchten sein. (rs)
Heidi Klum – Am 4. März defilieren sie, die Kandidatinnen für Heidi Klums neue Staffel von «Germany’s Next Topmodel». Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Das ewige Topmodel hat zwei ihrer Sponsoren verloren; abgesprungen sind der Fruchtgummi-Produzent Katjes und die Fast-Food-Kette McDonald’s. Und schon spekuliert die Klatschpresse über das Ende der Karriere der mittlerweile 36-jährigen Ehefrau von US-Sänger Seal. Stehen bleibt die Zeit nur im Wachsfigurenkabinett bei Madame Tussauds in Berlin, wo seit kurzem ein Heidi-Klum-Double steht. Auge in Auge mit ihrem Ebenbild nahm sie als Erstes ihre Brüste – die sie übrigens Hans und Franz nennt – kritisch ins Visier. «Es ist ein bisschen von der Realität entfernt», gestand die Deutsche gegenüber dem Daily Mirror (sic!) «Meine berühren sich, und die da liegen etwas auseinander.» Wie immer in solchen Fällen lohnt sich ein Blick auf die Online-Kommentare bei Gala. «Na Heidi, deine Oberweite ist ja wohl top nach vier Schwangerschaften», ermuntert sie Anja. Weniger charmant reagiert Pimkie: «Weiterhin viel Spass beim Faltenwurf. Gibt ja genug Crèmes.» Praktische Tipps hat Gitti parat: «Links und rechts ’nen Cheeseburger in den BH, und – zack! – der Push-up-Effekt – Granate! Ausserdem freut sich bestimmt der Schmusebarde, wenn er was Leckeres zu essen findet!» (rs)
Doris Leuthard – Was die Fernsehzuschauer letzten Samstag live an den Bildschirmen miterlebten, war eine Vorpremiere des Jahresrückblicks 2010 vom kommenden Dezember: Nach seinem Flug in Vancouver zum dritten Olympiasieg fällt der 29-jährige Skispringer Simon Ammann im Zielraum überglücklich einer applaudierenden Brünette in die Arme. Während die ausländischen Zuschauer und Reporter rätselten, wer wohl die junge Frau in der rot-weissen Windjacke sein könnte (vielleicht die Co-Trainerin? Die Leiterin des offiziellen Simi-Fanklubs? Oder etwa seine grosse Schwester?), erkannten die Schweizer Zuschauer sofort die strahlende Bundespräsidentin Doris Leuthard, 47. Solche sympathischen Momente bleiben – mal abgesehen von peinlichen Libyen-Reisli oder seltsamen Auftritten im Kopftuch oder mit Gummistiefeln – das Schöne an der Schweiz. Oder kann sich irgendjemand vorstellen, dass ein deutscher Olympiasieger im Freudentaumel die Bundeskanzlerin Angela Merkel umarmt? (rs)
Michael Mittermeier – Um die Essenz des Buches «Achtung Baby!» des überdrehten Aufsteh-Komödianten und frischgebackenen Vaters Michael Mittermeier, 44, zu verstehen, genügt es, ein paar Zeilen auf Seite 17 zu überfliegen. Dort lesen wir: «Als Kinderloser führt man mit seinen Kumpels noch Gespräche wie: ‹Wie findest du die Brüste von Halle Berry?›» Und weiter: «Als Vater sitzt man heute im Café mit Spielecke, und beim Fencheltee tauscht man wichtige Informationen aus: ‹Was habt ihr denn für eine Po-Creme?›» Nach diesem Muster wird das Thema auf 260 weiteren Seiten vor- und rückwärts durchgekaut. Und weil’s so schön ist, gibt es «Achtung Baby!» jetzt auch als Bühnenprogramm, so etwa am nächsten Mittwoch in der Festhalle in Bern. Das ist «knallhartes Lachmuskeltraining», warnt der Veranstalter, denn «es wird mit kindlicher Freude gemittermeiert, was das Zeug hält.» Ein Dämpfer für alle, die sich vor lauter Vorfreude kaum noch beherrschen können: der Bezug ist auf maximal zehn Tickets pro Person beschränkt. (rs)
Alessandra Ambrosio – Wut und Entsetzen erntete das brasilianische Topmodel mit seiner Aussage, es sei «ein kurviges Girl». Keine Gnade fand die Begründung, dass es beim Dessous-Label Victoria’s Secret schliesslich darauf ankomme, «BH und Panty gut auszufüllen». Die 29-Jährige, die nur 51 Kilo auf die Waage bringt, vermittle mit ihrem Statement ein verkehrtes Bild von gesundem körperlichem Bewusstsein, urteilte die US-Klatschpresse. Na dann weiterhin bon appétit, Jennifer Lopez, Mariah Carey und Beyoncé Knowles. (rs)
Emilie Simon – «Frankreich liebt seine Künstler», schrieb kürzlich Daniele Muscionico in ihrer Kolumne. Dabei ging es um die fragile Sängerin Charlotte Gainsbourg, Tochter des berühmten Serge Gainsbourg (der zusammen mit der «singenden Zahnlücke» Jane Birkin und mit Brigitte Bardot das unvergessliche «Je t’aime . . . moi non plus» hauchte). Wie recht sie doch hat! Denn Frankreich vergötterte ja auch France Gall («Ella elle l’a»), Françoise Hardy («Tous les garçons et les filles»), Vanessa Paradis («Joe le taxi») und Mylène Farmer («Désenchantée»); allesamt mit mädchenhafter Ausstrahlung und glockenheller Stimme gesegnet. Diese Attribute treffen auch auf die neuste Lolita des französischen Pop zu: die 32-jährige Emilie Simon aus Montpellier. In der Deutschschweiz noch weitgehend unentdeckt, erobert sie die Frankofonie im Sturm. Erste Tonspuren hinterliess sie im Soundtrack zum Film «Die Reise der Pinguine» (2005). Es folgten zwei Alben («Végétal» und «The Flow¬er Book», 2006) sowie ein Auftritt im legendären Pariser Olympia. Aber erst ihr neustes Album, «The Big Machine», zeigt das riesige Potenzial der Chanteuse, die – anders als ihre nicht minder attraktiven Wegbereiterinnen – ganz ohne Mithilfe eines Big Daddy vom Schlage eines Serge Gainsbourg, Lenny Kravitz oder Beck Hansen auskommt. (rs)
Helene Hegemann – Der Roman «Axolotl Roadkill» (Ullstein, 2010) der 18-Jährigen steht auf allen Bestsellerlisten und begeisterte auch das hehre Feuilleton. Lange habe es keinen Erstling mehr gegeben, der einen derart intensiven «eigenen Sound» entwickle und die Gegenwart so intensiv erlebbar mache, fand die Frankfurter Rundschau. Von einer «schrillen Sinfonie» und einem «Kugelblitz in Prosaform» schwärmte Die Zeit, und die Neue Zürcher Zeitung bewunderte den Furor der Beschreibung und die Stilsicherheit der Dialoge. Dann wurde bekannt, dass weite Passagen des Buches Wort für Wort abgeschrieben sind. Von den Plagiatsvorwürfen («Also wie das juristisch ist, weiss ich leider nicht so genau») zeigte sich Hegemann in einer offiziellen Stellungnahme nicht sonderlich beeindruckt. «Wenn da die komplette Zeit über reininterpretiert wird, dass das, was ich geschrieben habe, ein Stellvertreterroman für die nuller Jahre ist, muss auch anerkannt werden, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation», konterte der Teenager. Zum Ausdruck kommt hier das Verständnis einer Generation, die mit Free Downloads und Copy/Paste aufgewachsen ist. Dass man dafür im Buchladen handfeste Fr. 23.80 hinblättern soll, ist das antiquierte Verständnis einer Generation, die solchen Schriftstellerinnen den Lebensunterhalt finanziert. (rs)
Roman Kilchsperger – Entlassungswelle am Zürcher Leutschenbach: Das Schweizer Fernsehen stellt die 26 Moneygirls der Zockersendung «Deal or No Deal» auf die Strasse. Ihre Aufgabe war es gewesen, an einem choreografisch genau definierten Ort in aufreizendem Tenue auf Brusthöhe ein nummeriertes Köfferchen zu öffnen und einen Frankenbetrag zwischen 5 Rappen und 250 000 Franken zu präsentieren. «Man muss nicht viel können, nur nett lächeln», frotzelte Moderator Roman Kilchsperger, 39, über das Jobprofil der jungen Frauen, denen die sonst langweilige Sendung ihre traumhafte Zuschauerquote verdankt. Während Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten, 46, dem smarten Kilchsperger im seiden glänzenden XL-Jacket einen neuen Job offeriert, gehen die attraktiven Girls leer aus. Frage an den SF-Direktor Ueli Haldimann: Ist wirklich keine dabei, die «Club»-Talkerin Christine Maier, «10 vor 10»-Moderatorin Daniela Lager oder wenigstens Sportmoderatorin Steffi Buchli das Wasser reichen kann? (rs)
Georges Paiva – Sicher ist nur: Der Automobilist aus dem französischen Nancy war anno 1925 der stolze Erstbesitzer des geheimnisumwitterten Bugatti Brescia «Type 22», der vor wenigen Tagen vom britischen Auktionshaus für annähernd 400 000 Franken an einen anonymen Holländer versteigert wurde. Dabei war der Zustand des blauen Cabrios alles andere als exquisit; immerhin hatte es 74 Jahre lang auf dem Grund des Lago Maggiore gelegen, bevor es ein Taucher in 53 Metern Tiefe zufällig entdeckte. Wie es dorthin kam? Ganz einfach: Georges Paiva hatte das Traumauto an einen (ebenfalls anonymen) Bugatti-Fan verkauft, der es 1936 in die Schweiz importierte. Nachdem aber der Schweizer Zoll eine Einfuhrsteuer nachforderte, die den damaligen Wert des Fahrzeugs überstieg, zog es dieser vor, das Objekt der fiskalen Begierde kurzerhand zu versenken. (rs)
René Schudel – Er ist nicht nur Gastronom und Starkoch, sondern auch der werbeaktivste Feinschmecker, den die Schweiz je gesehen hat. Der 31-jährige Berner Oberländer, der die Gäste in seinem Restaurant «Benacus» in Unterseen bei Interlaken verwöhnt, wurde 2006 mit dem «Best of Swiss Gastro Award» in der Kategorie «Newcomer» ausgezeichnet und später mit 13 Punkten in den «Gault Millau» aufgenommen. Wirklich bekannt wurde Schudel als Fernsehkoch in der Sendung «Funky Kitchen Club» auf Pro 7. Diese Popularität eröffnete ihm lukrative Möglichkeiten, denen er nicht widerstehen konnte. So schwärmt er nun in Werbespots und Anzeigen von Knorrs neuem «Bouillon Töpfli», das angeblich «selbst verwöhnte Gaumen» überzeugt. Gleichzeitig ist er als «Genussexperte» für den deutschen Discounter Lidl unterwegs, wo sich nach seinen Aussagen «preisbewusste Gourmets» treffen. Aus Sponsoring-Gründen fährt er zudem vorzugsweise Mercedes und würzt mit jodiertem Jura-Sel von den Schweizer Rheinsalinen. Wirklich unabhängig ist er als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Bödeli, wo er jährlich zahlreiche Einsätze bestreitet. (rs)
Bernhard Russi – Bei der Lauberhorn-Abfahrt von letztem Samstag hatte auch der 61-jährige Ex-Skirennfahrer seinen Saison¬höhepunkt. Und zwar, wie schon seit gut 30 Jahren, als Experte des Schweizer Fernsehens. Zusammen mit Sportreporter Matthias Hüppi, 51, kommentierte er die Bilder der 22 Kameras. An der Rollenverteilung hat sich auch an der 50. Live-Übertragung aus Wengen nichts geändert: Hüppi ist, quasi stellvertretend für die Zuschauer, für die Gefühlsausbrüche zuständig, während Russi – der den Klassiker zwar nie gewonnen hat, nach dem aber immerhin der «Russi-Sprung» benannt ist – als ruhiger Beobachter im sympathischen Urner Dialekt kompetente Einschätzungen abgibt. Pech für Hüppi: Als Mitarbeiter des Staatsfernsehens darf er nur im amtlichen Hochdeutsch jubeln. (rs)
Wubert De Aiir – Musik aus Bern? Das sind doch diese gschpürigen Mundartrocker wie Polo Hofer, Patent Ochsner, Züri West, Gölä oder Plüsch. Doch endlich kommen auch andere Töne aus der Bundesstadt. Da Sign & The Opposite heisst die Formation rund um den mysteriösen Wubert De Aiir, 30, der zusammen mit Djeree Djëf le touriste und den Zwillingen Twin-Tee und Twin-Pee nur mit (aufgeklebtem?) Vollbart auftritt. Die selbsternannten Glam-Rapper, Trance-Rocker, Disco-Blueser und Cyber-Rocker spielen einen Sound, den sie als «Raubauken-Raketen-Elektro for the modern women and the contemporary man» titulieren. Diesen Freitag erscheint ihr Debutalbum «We Sell You Tits & Glory», das via Trommelfell erstaunlich eingängig sämtliche Körperregionen dies- und jenseits der politisch korrekten Gürtellinie bedient. Es beginnt mit «Body Building» und seinem etwas peinlichen Refrain («Pushy, pushy, Muschi, Muschi») und steigert sich bis zu «Movin’ Movin’» mit der unvergleichlichen berndeutschen Zeile: «Du, du, du, du, was mache diä im Club? – I weiss nid.» Auch ein Hit ist schon dabei, nämlich «Slow Down Take It Easy», bekannt aus dem Anti-Raser-Werbespot für die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) und produziert von Baschis Erfolgsgarant Roman Camenzind. Ansonsten ziehen es Wubert De Aiir und seine Kollegen vor, um ihre wahre Identität ein grosses Geheimnis zu machen und in jeder Hinsicht nicht schubladisierbar zu bleiben. Sicher ist nur: Die vier kommen aus Bern. Vielleicht. (rs)
Tina Turner – Der 71-jährige Showstar ist das strahlende Beispiel für eine gelungene Integration. Dafür wurde die Wahlschweizerin Tina Turner («Simply the Best») mit Wohnsitz an der Goldküste des Zürichsees letzte Woche als erste Nichteidgenossin mit dem «Swiss Award» ausgezeichnet. Doch man fragt sich, warum etwa Michael Schumacher, 41, der erfolgreichste Autorennfahrer aller Zeiten, keinen Preis bekam. Er ist ebenfalls Wahlschweizer, residiert am Genfersee und hat in seiner Kategorie sicher nicht weniger Erfolge vorzuweisen. Ist er ein Opfer des Röstigrabens – oder handelt es sich bereits um die neue Deutschenfeindlichkeit? (rs)
Michaele Salahi – Eine neue Berufsgattung scheint sich – als eine Art Spezialisierung des «Promi-Luders» – in der Welt der Schönen und Reichen zu etablieren: diejenige des Party-Crasher. Ihr Idol ist seit kurzem die 44-jährige Michaele Salahi. Ihr ist es gelungen, beim Staatsbankett zu Ehren von Indiens Premierminister Manmohan Singh einfach so ins Weisse Haus zu spazieren. Ohne Einladung, notabene. In ihrem aufsehenerregenden roten Abendkleid passierte sie an der Seite ihres Ehemanns Tareq, 41, der in Virginia ein Weingut besitzt, sämtliche Sicherheitsschleusen. Im «State Dining Room», wo den dreihundert handverlesenen Gästen Cocktails und Häppchen gereicht wurden, liess sich die stets gutgelaunte Blondine ausgiebig fotografieren. Sie schmiegte sich eng an den Vizepräsidenten Joe Biden, legte den Arm um den Stabschef Rahm Emanuel und schüttelte als Krönung die Hand des strahlenden US-Präsidenten Barack Obama und von First Lady Michelle. Noch am gleichen Abend waren die Trophäen auf Facebook zu bewundern; zusammen mit älteren Fotos, wo Salahi mit Senator John McCain, Ex-Präsident Bill Clinton, Prinz Charles, Schauspieler Matt Damon oder Musikern wie Huey Lewis, Steven Tyler von Aerosmith oder Will.i.am und Fergie von den Black Eyed Peas posiert. Ihre Ambitionen hat die ehemalige Cheerleaderin nie verheimlicht. Im Gegenteil: In einem Interview mit dem TV-Sender CBS sagte sie schon vor Monaten, Präsident Obama zu besuchen, sei «jetzt ein grosses Ziel». Völlig unbeabsichtigt hat sie nun eine Debatte über den Secret Service ausgelöst und die Furcht vor einem Attentat gegen den Präsidenten, der gemäss Schätzungen viermal mehr Drohbriefe erhält als sein Vorgänger George W. Bush, angeheizt. Immerhin: In der Schweiz könnte so etwas nicht passieren. Aber nicht etwa, weil der Sicherheitsdienst hierzulande zuverlässiger wäre. Sondern weil sich kaum jemand um jeden Preis mit Moritz Leuenberger, Micheline Calmy-Rey oder Eveline Widmer-Schlumpf ablichten lassen will. (rs)
Ayda Field – Alle reden immer nur von ihm. Doch wer ist die Frau an der tätowierten Seite des grössten Entertainers aller Zeiten? Die 30-jährige Ayda Field studierte internationale Politik und Wirtschaft und besuchte – wie die Schauspielerin Bridget Fonda – die Harvard-Westlake School und – wie der ehemalige US-Präsident Richard Nixon – die Duke University. Das Sprachtalent stand denn auch am Anfang ihrer schauspielerischen Karriere: Beim Casting für die Rolle einer jungen Italienerin in der TV-Soap «Days of Our Lives» gab sie vor, gerade aus Sizilien eingewandert zu sein. Seither verdingt sie sich – etwa als spanischstämmige Wetterfee in «Back to You» – in allen möglichen TV-Sitcoms. Ihre erste Hauptrolle besetzt die in Los Angeles geborene Türkisch-Amerikanerin seit zwei Jahren in Williams’ Leben. Weibliche Robbie-Fans hofften vergeblich auf die Trennung, als sie von der Idee nicht sonderlich begeistert schien, von Kalifornien in die südwestenglische Grafschaft Wiltshire umzuziehen, wo der britische Popstar ein über 12 Millionen Franken teures Anwesen gekauft hatte. Doch seit der Veröffentlichung des neuen Albums «Reality Killed the Video Star» überschlagen sich die Ereignisse. So machte ihr Robbie letzte Woche live in einer Radioshow von 2Day FM in Sydney einen Heiratsantrag. Jetzt rätseln alle, ob es bloss ein PR-Gag war, so wie die ewigen Ankündigungen der Wiedervereinigung mit seiner ehemaligen Boygroup-Band Take That. Selbst der Pressesprecher beeilte sich, zu verkünden, alles sei bloss ein Scherz gewesen («Just a bit of fun»). Doch wer sich das Video zum Song «You Know Me» ansieht, das Ayda gewidmet ist und in dem Robbie als englischer Lord im Hasenkostüm auftritt, der weiss: Den beiden steht ein grösserer Umzug aufs Land bevor. (rs)
Hugh Grant – Bei ihm weiss man nie so genau: Ist er noch locker drauf – oder schon beschwipst? Alles andere als nüchtern sei er gewesen, als er 2001 bei Sotheby’s in New York für rund 3,5 Millionen Franken einen Andy Warhol ersteigert hatte, gestand jetzt der 49-jährige Frauenschwarm. Den telefonischen Auftrag für das türkisfarbene Porträt von Elizabeth Taylor habe er auf einer zweitägigen Sauftour mit Kumpels übermittelt. Dabei habe er die Hollywood-Diva nie wirklich gemocht; sie hing fortan unbeachtet in seiner Londoner Wohnung. Trotzdem wurde Hugh Grant in der Kunstszene als grosser Kenner gefeiert; vor allem als er das Bild sechs Jahre später bei Christie’s mit mehr als 17 Millionen Franken Gewinn weiterverkaufte. «Hugh trennt sich von Liz», spotttete die Presse in Anspielung auf seine gescheiterte Beziehung mit Schauspielerin Liz Hurley («Wir haben uns gegenseitig genervt – wie die Mücken»). Scheint Hugh Grant in geschäftlichen Dingen ein geschicktes Händchen wie Tiger Woods beim Putten zu haben, so spielen die beiden auch in Sachen Frauen in der selben Liga. Nur dass der Schauspieler um seine Affären nie ein grosses Geheimnis machte. So vergnügte er sich etwa mit einem ehemaligen chinesischen Pornostar, dann knutschte er in aller Öffentlichkeit mit einer mutmasslich Minderjährigen, und später hiess es plötzlich, er habe sich hoffnungslos in die 81-jährige Queen Elisabeth II. verknallt. Weitere peinliche Details dürften folgen: Eine weitere verflossene Affäre, Jemima Khan, hat nämlich ihre Autobiografie angekündigt. Eine leere Drohung? Kaum: Die 33-jährige Millionärstochter hat vor kurzem den Kurs «Kreatives Schreiben» bei der Londoner Avron Foundation besucht. (rs)
Bar Refaeli – Allen, die es über die Feiertage gefröstelt hat, sei’s verkündet: Das israelische Fotomodell Bar Refaeli, 24, rutschte nicht auf der Skipiste, sondern am mexikanischen Traumstrand Riviera Maya, ins neue Jahr. Und wem bei diesem Gedanken schon fast zu heiss wird, der wisse: Sie war nicht allein, sondern in Begleitung von Leonardo DiCaprio. Zu früh gefreut hat sich also, wer letzten Juni glaubte, die Trennung des Paares nach drei Jahren sei definitiv. Dabei hat der 35-jährige Hollywood-Schauspieler wirklich alles unternommen, um diesen Eindruck zu erwecken. So vergnügte er sich in schummrigen Nachtklubs und liess sich zu amourösen Affären mit «Gangs of New York»-Filmpartnerin Cameron Diaz und mit Pussycat-Dolls-Tänzerin Ashley Roberts hinreissen. Treu blieb der zuvor mit der Russin Anne Vyalitsyna, der Brasilianerin Gisele Bündchen und der ehemaligen Miss Norwegen Monica Hansen liierte Don Juan bisher nur seiner Vorliebe für grosse, schlanke Frauen. Dass er sich selbst in Mexiko zusammen mit der vom britischen Männermagazin Arena zum «Body of the Year» gekürten Bar Refaeli mit Bierbauch und in riesigen Badeshorts am Hotelpool ablichten liess, deutet auf ein Umdenken hin. Will der einstige «Sexiest Man Alive» und «Titanic»-Star seine Scherflein ins Trockene bringen? (rs)
Yoani Sánchez – Dass eine Karriere nicht nur in der Schweiz möglich ist, beweist die 34-jährige Kubanerin Yoani Sánchez. 2002 war die Philologin in die Schweiz emigriert, lebte zwei Jahre in Zürich, bevor sie 2004 nach Havanna zurückkehrte. Dort startete sie den ersten unzensierten Blog, «Generación Y», über das schwierige Leben in ihrer Heimat. «Jeder Einzelne kann dazu beitragen, etwas zu verändern», sagt sie. Für ihre regierungskritischen Beiträge, die sie auf einem Laptop in ihrer Hochhauswohnung schreibt und im Internetcafé eines Touristenhotels veröffentlicht, wurde sie weltweit mit Preisen überhäuft, darunter dem Weblog-Award der Deutschen Welle, dem «Reporter ohne Grenzen»-Award oder dem spanischen «Ortega y Gasset»- und dem amerikanischen «Maria Moors Cabot»-Journalistenpreis. Ausserdem schaffte sie es auf die Liste der hundert einflussreichsten Persönlichkeiten im US-Magazin Time – zum Ärger von Ex-Staatschef Fidel Castro, der ihr «antikubanische Propaganda» für die «neokolonialistische Presse» vorwirft. Bis auf weiteres bleibt Bloggen auf der kommunistischen Insel kein Zuckerschlecken. Obschon Sánchez am 7. November von kubanischen Sicherheitskräften in Zivil kurzzeitig festgenommen und geschlagen worden war, veröffentlichte sie sieben Fragen an Barack Obama zur Beziehung zwischen den beiden Ländern. Letzte Woche mailte der US-Präsident prompt seine Antworten. «Nur das kubanische Volk kann einen positiven Wandel auf Kuba herbeiführen», schrieb er. Und: «Die Regierung und das Volk der Vereinigten Staaten freuen sich zusammen mit Ihnen allen auf den Tag, an dem alle Kubaner sich frei und öffentlich ohne Furcht und Repressalien äussern dürfen.» Die Antwor- ten des kubanischen Staatspräsidenten Raúl Castro an yoani.sanchez@gmail.com stehen noch aus. (rs)
Vanessa-Mae – Skifahren ist neben Geigenspielen ihre grösste Leidenschaft. Beides begann Vanessa-Mae im zarten Alter von vier Jahren, und als Kind verbrachte sie zusammen mit ihrer Familie so manche Weihnachten im verschneiten St. Moritz. Die Verbundenheit mit dem Engadin ging auch während ihrer Karriere nicht flöten. Unvergessen ist ihre Live-Show auf dem gefrorenen See, als sie mit einem Deltagleiter auf die Bühne schwebte. Nun ist die 31-jährige Musikerin – nach Modeunternehmer Willy Bogner und Skirennfahrer Marc Berthod – in der neuen Winterkampagne der Ferienregion zu sehen. Deren Ziel sei es, «schillernde Persönlichkeiten in der inspirierenden Natur zu zeigen», teilt die PR-Verantwortliche Sara Roloff auf Anfrage mit. Denn: «Engadin/St. Moritz muss durch seine kontrastreiche Angebots- und Strahlkraft in den Köpfen der Konsumentinnen und Konsumenten verankert werden.» Doch warum steht Vanessa-Mae so einsam und verloren im Schnee? Dazu das PR-Büro: «Die Persönlichkeiten werden von hinten gezeigt, um deren Ehrfurcht vor der Natur zum Ausdruck zu bringen.» (rs)
Stephan Eicher – «Hören wir auf, die Konflikte dieser Welt mit Waffen anzuheizen», verkündet Musiker Stephan Eicher mit betroffen-vorwurfsvollem Blick in einem Inserat des Bündnisses gegen Kriegsmaterial-Exporte. Ob das hilft, dass ihn mehr Leute an seinen Konzerten anfeuern? (rs)
Marina Orlowa – Sie ist blond und verfügt über zwei – was wohl? –, genau: Hochschulabschlüsse und spricht auf ihrem Youtube-Kanal «HotForWords» minutenlang über so unwiderstehliche Begriffe wie «Antidisestablishmentarianism» oder über die korrekte Aussprache von «floccinaucinihilipilification». Dabei hängen Marina Orlowa täglich Tausende von Usern an den glossierten Lippen, mehr als fünf Millionen Mal werden ihre wöchentlich fünf bis sieben Lektionen aufgerufen, die sich vornehmlich mit der Etymologie englischer Wörter und Redewendungen beschäftigen. Damit gehört die 29-jährige Russin zu den weltweit erfolgreichsten privaten Videoclip-Produzentinnen überhaupt. Es ist eine typisch amerikanische Tellerwäscherinnenkarriere: Als 22-Jährige kam sie als Au-pair in die USA, wo sie vor zwei Jahren die unbegrenzten Möglichkeiten des Internets entdeckte. Anders als gewohnt verdankt sie ihren inter- nationalen Durchbruch zum Star aber nicht einem zweifelhaften Gesangstalent oder einer schlüpfrigen Miss-Wahl, sondern ihrem tiefem Décolleté und einer einmaligen Geschäftsidee: nämlich der Verknüpfung von Sex und Bildung. Sie habe es geschafft, «Millionen von Menschen für den Ursprung der englischen Sprache zu begeistern», jubelte selbst die Moscow Times. Kein Wunder, warten immer alle, bis sie am Schluss die Hausaufgaben verteilt – mit der Aussicht für den Gewinner, ihr nächstes «Teacher’s Pet» zu werden. (rs)
Bill Kaulitz – Bill Kaulitz? Richtig, das ist der Sänger von Tokio Hotel. Nun habe er – so wurde im Internet berichtet – auf der Fahrt nach Berlin sein Auto zu Schrott gefahren. «Ich dachte, ich komme da nicht lebend raus», habe er gedacht, «ich war dem Tod definitiv noch nie so nah!» Doch «wie durch ein Wunder» sei er aber völlig unverletzt geblieben. So weit so gut. Nun ist es bei Online–Nachrichten ja üblich, dass jeder zu allem seinen Kommentar abgeben darf. Tatsächlich gingen zum «Horror–Crash» innerhalb von einer einzigen Stunde über hundert Kommentare ein. Diese geben einen Eindruck, was die Menschen bewegt, die sich an einem gewöhnlichen Nachmittag durchs Netz bewegen. Nachfolgend also eine kleine Auswahl: «Tja Bill, selber schuld.» (anonym) – «Ich bin so stolz auf ihn und ein Glück hat er überlebt.» (Angelique) – «Schade das er nicht draufgegangen ist» (Alexander) – «Bill ist voll der Angeber.» (anonym) – «Was sollen den all die Menschen sagen die ein Trauma von diesen schrecklichen Musikern haben!!» (Robert) – «Zu viel Drogen? (Christoph) – «Ich kann Tokio Hotel zwar nicht ausstehen aber bin froh dass er noch lebt.» (anonym) – «Ich habe mir eine Träne verdrückt!» (P.) – «man der schwuchtel so sterben» (Johannes) – «kleine tussy weisst nicht was das ist dem tod nahe zu sein.» (Fernand) – «Warum muss so ein halber Hahn in Zeiten der Klimaerwärmung mit einem Audi Q7 durchs Land fahren und CO2 ohne Ende in die Luft blasen, so hat sein Unfall wenigstens noch was Gutes; ein Stinker weniger.» (Rene) – «Ich mag den sowieso nicht.» (Ioannidis) – «Anders wäre es mir lieber gewesen, hätten wir wenigstens eine Seuche weniger.» (anonym) – «Oh hat der kleine einen Bums gehabt... sonst steht er doch drauf! (Melanie) – «Schade das er nicht draufgegangen ist.» (Thor) – «Kauf Dir nen Paar Turnschuhe» (Beatrice) – «Es lebt doch noch, also wen Interessiert das.» (Michael) – «Der Nasenbohrer ist nicht der einzige der einen Unfall gebaut hat.» (Ziggy) – «Was juckt mich das Bürschchen?» (Roberto) – «Warum musst Du immer etwas haben, um Aufmerksamkeit zu erwecken?» (anonym) – «Soll er verecken! Gibt noch bessere Bands! Ausserdem ist er scheisse.» (anonym) – «man warum is der net kaputt schade.» (Patrik) – «...und mich hat gestern als Fussgänger ein Fahrrad gestreift. Das Kriseninterventionsteam hat mich psychologisch betreut, um mir in dieser schlimmen Zeit beizustehen....» (anonym) – «das ist sowieso so blöd und schwul ja ich hätte mich gefreut wen er gestorben wär.» (anonym) – «Die Autos sind aber heute auch soooo sicher.... schade.» (Jürgen W.) – «der soll erst mal Singen lernen,mit samt seiner angeblichen Band, der Umgepolte.» (Delfin) – «selber Schuld du voll Id*o* Ich hab dich noch nie gemocht.» (anonym) – «Glück für den Penner, Pech für uns. So müssen wir und noch weiter sein Gejaule anhören. (anonym) – «Hat sich mal wieder die These bestätigt: Es gibt keinen Gott!!!!» (anonym) – «Für mich absolut nicht nachvollziebar das solche Kommentare veröffentlicht werden. Scheiss Zeit!!!» (anonym) – «so ein opfer ey. ich hasse sie alle, Bill die schwuchtel» (Sebastian) – «*muahahahahaha* Anfänger *rofl*» (maxima) – «Wer nicht fahren kann, soll's bleiben lassen. Das Gleiche gilt für's Singen» (anonym) – «Ich glaub dem dort kein wort das is doch alles nur dramatisiert weil er ein star ist und das kleine bübchen aufmerksamkeit will» (Sandy) – «Bill heul doch das kommt wenn man zu dumm zum Autofahren ist , fahr lieber mit der bahn dann kommste auch an.» (Olaf) – «Ich bin so froh, dass es ihm gut geht!» (anonym) – «Was muss der kleine Drecksack nen Q7 fahren. Mit nem Corsa wär nix passiert. Aber er muss ja so ein Schlachtschiff fahren, mit seinen dürren Ärmchen.» (Michael S.) – «der sieht aus wie eine schwuchtel... und wenn er mal aufgepasst hätte währe das auch nicht passiert.... also ist er wie eine tussi gefahren die schlampe.» (Dirk) – «Was sind dies nur für Menschen, die anderen Schlechtigkeiten und sogar den Tod wünschen??? Licht und Liebe wünsche ich allen Geschöpfen auf Erden!!! (Christine) – «Zum Glück hat er überlebt. Ich würde kotzen wenn jeder Fernsehsender wochenlang kein anderes Thema mehr zeigen würde.» (Stani) – «Bill, dein tragisches Schicksal interessiert keine Sau.» (anonym) – «Beim Kaulitz muss ich sagen, hätt ich noch draufgepiist. Dieser dreckige Emosack. Lebenslang auf die Fresse dem Kerl!» (Michael S.) – «Ihr seit alle total sensationsgeil, aber beschwert euch über solche Nachrichten. Ich kann mit der Musik auch nix anfangen, aber er ist verdammt nochmal ein Mensch. (Sandrina) – «Noch in die Windeln scheissen aber grosse Autos fahren wollen. Kinder sollten doch besser Bahn fahren!» (Mark) – «Schade um den schönen Audi» (Dagmar) – «Jungs und Mädels, kauft euch – allesamt – mal 'n Tütchen Orthographie (Rechtschreibung). Das wäre sinnvoller als so manch' abgegebener Kommentar.» (Brigitte) (rs)
Noriko Sakai – Nicht nur die Japaner lagen ihr zu Füssen, auch in China, Hongkong, Taiwan und Südkorea wurde die 38-jährige Schauspielerin und Sängerin vergöttert. Mit ihrer glockenhellen Stimme und dem lupenreinen Image war sie das perfekte Mädchen von nebenan, das kein Wässerchen trüben konnte. Doch dann, im letzten August, wurde sie aus heiterem Himmel verhaftet. Wie eine Schockwelle ging es durch die asiatische Klatschpresse: Auf der südlichen Insel Amami Oshima soll Noriko Sakai beim Beobachten einer Mondfinsternis Amphetamine inhaliert haben. Tatsächlich fand die Polizei bei einer Hausdurchsuchung in Tokio eine kleine Menge des Aufputschmittels. Die neue japanische Regierung, die zuvor ein hartes Vorgehen gegen Drogenmissbrauch in der Unterhaltungsindustrie angekündigt hatte, zeigte keine Gnade: Bis zu zehn Jahren Haft forderte der Staatsanwalt. Tausende versammelten sich letzten Montag vor dem Gerichtsgebäude, um das Urteil mitzuerleben. Mit achtzehn Monaten Gefängnis auf Bewährung ist es einigermassen glimpflich ausfallen – aber erst, nachdem die Angeklagte hoch und heilig gelobte, nie wieder Drogen zu nehmen und sich vom einschlägig vorbestraften Ehemann Yuichi Takaso scheiden zu lassen. Längst haben ihre Plattenfirma und die Sponsoren die Verträge gekündigt und die CDs aus den Verkaufsregalen entfernen lassen. Es scheint, als würde Noriko Sakai ausserhalb von Asien nicht mehr berühmt werden. (rs)
Stephan Eicher – «Würden Sie noch an meine Konzerte kommen, wenn ich HIV-positiv wäre», fragt Musiker Stephan Eicher mit betroffen-vorwurfsvollem Blick von den Plakaten der Aids-Hilfe Schweiz. Schweren Gewissens müssen wir antworten: «Leider nein, Herr Eicher, nicht einmal dann.» (rs)
Uwe Ochsenknecht – Weltberühmt wurde er 1981 mit seinen Rollen im Kriegsfilm «Das Boot» von Wolfgang Petersen und vier Jahre später als Sonnyboy im Tigertanga in der Komödie «Männer» von Doris Dörrie. Schweizberühmt wurde der Schauspieler dann als blonder Vorzeigedeutscher in Werbespots für rezenten Appenzeller Käse. Nun ist der 53-Jährige erneut in den Schlagzeilen. Er hat sich nämlich nach 25-jähriger Beziehung und 16 Jahren Ehe von seiner Frau, dem Fotomodell Natascha, getrennt. Oder umgekehrt. Während er um die Krise ein Geheimnis macht wie sein Lieblingskäse um die Rezeptur, verriet Natascha der Bunten die wahren Gründe. Ihr Mann brauche einfach einen anderen Typ Frau, und zwar eine, die ihm sagt: «Du bist der geilste Typ der Welt und brauchst den Müll nicht rauszubringen.» Sie aber habe ihm nur gesagt: «Du bist der geilste Typ der Welt, aber den Müll musst du trotzdem rausbringen.» Den Millionen Deutschen unter uns sei’s ein für alle Mal gesagt: Ihr mögt vielleicht die geilsten Typen der Welt sein. Aber den Müll – der hier übrigens Kehricht heisst – stellt ihr nur im offiziellen Gebührensack raus. (rs)
Joss Stone – Das Showbusiness ist fast wie eine Familie. Verständlich also, dass die 22-jährige Sängerin nach längerem Knatsch ihre eigene Mutter und Managerin vor die Studiotüre stellte. Die Differenzen zwischen den beiden begannen bereits vor zwei Jahren. Und zwar mit einer Affäre von Mama Stone mit dem schwarzen Drummer der Band. Man kennt das ja: Junggebliebene Mutter («Was, ihr seid keine Schulfreundinnen?») bandelt mit attraktivem Kumpel an. «Ich möchte wieder ihre Tochter sein und mit ihr über Liebe und Jungs reden», begründet Joss Stone, die mit ihrem neuen Album «Colour Me Free!» die Hitparaden von hinten aufrollt, den Rausschmiss. (rs)
Marisa Miller – Im Märchen dreht sich alles um den goldenen Schuh, den Aschenputtel nach dem Ball auf der Schlosstreppe verlor. Der Sohn des Königs, der sich soeben in sie verliebt hatte, liess schmachtend nach der Unbekannten suchen. Keiner anderen Füsse waren klein genug, um ohne blutige Blasen in die edlen Latschen schlüpfen zu können. Heute allerdings würden die Brüder Grimm mit ihrem Schuhtick ziemlich alt aussehen; vor allem im Vergleich zum exklusiven Wäschelabel Victoria’s Secret. Dieses nämlich liess nach derjenigen Schönen suchen, deren Busen perfekt in den sagenumwobenen Diamanten-BH passte – den «Harlequin Fantasy Bra» im Wert von 3,3 Millionen Franken. In 800 Arbeitsstunden wurde dieser mit 2300 Edelsteinen verziert und noch dazu zwischen den gewölbten Schalen mit einem herzförmigen 16-Karat-Klunker bestückt. Als modernes Aschenputtel (und Nachfolgerin von Tyra Banks und Heidi Klum) wurde dieses Jahr die 31-jährige Marisa Miller auserwählt, um das edle Geschmiede an der grossen Modeschau am 19. November zu präsentieren. Wie ein Märchen liest sich die Geschichte des Topmodels: Unter der kalifornischen Sonne in Santa Cruz geboren, glänzte sie zuerst als Volleyballspielerin und als Surferin, bevor sie am Strand von Santa Barbara von Starfotograf Mario Testino entdeckt wurde. Und wie es bei solchen Geschichten üblich ist: Niemand spricht mehr von den bösen Stiefschwestern, denen der BH nicht passte. (rs)
Bono – Für viele ist es schon heute der Höhepunkt des nächsten Jahres: U2 mit Frontmann Bono (49) geben im Herbst 2010 ein Konzert auf dem Militärflugplatz von Dübendorf. Vor ihnen taten das allerdings schon Madonna (51) und Mick Jagger (66) mit den Rolling Stones. Nicht umsonst heisst die irische Rockband schliesslich U2 – sprich: «You too». (rs)
Dionne Bromfield – Mit dem Song «Mama Said» eroberte die 13-jährige Schülerin aus Chislehurst, Kent, in der britischen Casting-Show «Strictly Come Dancing» die Herzen des Publikums. Unschuldig, unverbraucht wirkte das süsse Nachwuchstalent im roten Glitzerkleid. Im Hintergrund auf der Bühne das krasse Gegenteil. Schwarz gewandet, dünn wie eine Vogelscheuche und hilflos mit den Armen rudernd: Das war die gefeierte Soul-Diva Amy Winehouse. Die von Drogen gezeichnete und sich trotz ihrer erst 26 Jahre wie eine alte Frau bewegende Chorsängerin ist die Patentante von Dionne Bromfield. Mit ihrem Auftritt habe sie Dionne als deren «grösster Fan» unterstützen wollen. Mit zweifelhaftem Erfolg. Denn unmittelbar nach der Show musste sie in ein Londoner Krankenhaus gebracht werden. Die Nerven? Eine Überdosis? Weder noch: Extra für den Auftritt hatte sich Winehouse die Oberweite von Körbchengrösse B zu D korrigieren lassen. Je nach Quelle für 24 000 bis 56 000 Franken – Komplikationen inbegriffen. «Meine Brüste bringen mich um!», und: «Hilfe, meine Brüste platzen, verdammt», wurde Winehouse in den englischen Zeitungen zitiert. Mit etwas weniger Medienpräsenz muss Dionne vorliebnehmen. «Amy unterstützt mich sehr, sie meint, ich hätte eine grossartige Stimme», sagte sie zu den Journalisten. Befragt zu den Drogenproblemen und dem wilden Sexleben ihrer Gotte, wich sie aus: «Das ist nicht nett. Wir machen schöne Dinge zusammen. Sie liebt es, meine Haare zu kämmen.» Ach ja, Dionne ist der erste Star auf dem neuen Plattenlabel Lioness. Inhaberin: Amy Winehouse. (rs)
Serena Williams – Als ihr im Halbfinal der US Open in New York kurz vor dem Matchball ein Fussfehler angezeigt wurde, flippte sie aus. Sie malträtierte ihren Schläger und drohte, der Linienrichterin einen Tennisball in den Mund zu stopfen. Dieses unsportliche Verhalten entging auch nicht dem Beobachter. In der Rubrik «Ratgeber» war das Schweizer Magazin mit probater Hilfe zur Stelle. Sie solle doch einfach «langsam bis drei zählen, wenn Sie das nächste Mal Wut in sich hochsteigen spüren», riet die Fachfrau der 28-jährigen Frau Williams aus Palm Beach Gardens in Florida. «Trinken Sie einen Schluck Wasser (oder ein ganzes Glas), und setzen Sie ein Lächeln auf. Das wirkt entspannend, und Sie gewinnen etwas Zeit, in der die Wut abflachen kann.» Und: «Reden Sie über Ihre Gefühle.» Denn oft bekämen Betroffene ihr Problem in den Griff, wenn sie sich mit Gleichgesinnten – wie etwa John McEnroe, Joe Cocker, Naomi Campbell oder Bette Midler – austauschten. Für solche «leicht cholerischen Menschen» (wahrscheinlich alles Beobachter-Abonnenten) hatte das Blatt einen weiteren Rat parat: «Wenn Sie wieder mal in der Schweiz spielen möchten, dann vergessen Sie nicht, dass Sie bei uns strafrechtlich verfolgt werden können, wenn Sie jemanden mit einer Äusserung oder Geste in Angst und Schrecken versetzen.» Damit dürfte Serena Williams ein für alle Mal klar sein, wem bei uns in der Schweiz der Tennisball in den Mund gestopft wird. (rs)
Brooke Shields – Berühmt wurde sie als 14-Jährige im Film «Die blaue Lagune», wo sie sich 1980 auf den Fidschi-Inseln als eine Art frühreife Ursi Andress im Salzwasser aalte. Prompt wurde sie vom US-Magazin Time zum «Face of the Eighties» gekürt, doch beruflich konnte Brooke Shields nicht an diesen Erfolg anknüpfen. Ganz im Gegenteil, nicht weniger als drei Mal wurde sie – bei sieben Nominationen – als schlechteste Schauspielerin mit der Goldene Himbeere ausgezeichnet. Kaum nachhaltiger waren ihre Affären mit Michael Jackson, Michael Bolton und John F. Kennedy jr. sowie ihre zweijährige Ehe mit dem Tennisspieler Andre Agassi; notabene auf dessen sportlichem Tiefpunkt. Doch jetzt ist sie wieder da, und zwar als Wendy Healy in der TV-Serie «Lipstick Jungle». Hier mimt die mittlerweile 44-Jährige eine Frau, die in der Filmbranche arbeitet und zusammen mit ihren beiden Freundinnen durch dick und vor allem durch dünn geht. Die nicht ganz absichtslos nach dem Drehbuch von «Sex and the City»-Autorin Candace Bushnell produzierte Serie wurde in Amerika bereits nach der zweiten Staffel wieder eingestellt, doch in der Schweiz flimmert sie auf dem Sender 3+ noch eine Weile lang nach. Synchronisiert wird Brooke Shields übrigens von der Sprecherin, die ihre Stimme sonst Halle Berry verleiht; so etwa als Patience Phillips in «Catwoman», als Jinx im Bond-Film «Stirb an einem anderen Tag» oder als Kisela Stein in «Familie Feuerstein». Mit einem längeren Comeback von Brooke Shields scheint also auch die Branche nicht wirklich zu rechnen. (rs)
Martin Suter – In weiten Kreisen gilt der 61-Jährige mit seinen Wohnsitzen in Basel, auf Tahiti und Ibiza als etablierter Schriftsteller. Doch früher war er (auch wenn er das wahrscheinlich selbst nicht mehr wahrhaben will) Werbetexter, dann Creative Director bei GGK und zuletzt ADC-Präsident. Später avancierte er mit seiner wöchentlichen «Business Class» zum bestbezahlten und erfolgreichsten Kolumnisten der Weltwoche. Diese Beziehung dauerte immerhin zwölf Jahre. Ab 2004 blieb Suter dem Blatt nur noch als «Abonnent Nummer 219 597» verbunden. In dieser Eigenschaft übermittelte er im September 2007 sein bislang letztes E-Mail: «Bei meiner Ankunft auf Ibiza habe ich Ihre Rechnung und Ihren Werbebrief vorgefunden», liess er den Verlag wissen. Die Weltwoche sei ihm bisher – «wie für Parteipropaganda üblich» – kostenlos zugestellt worden. «Da Sie diese Gepflogenheit nun ändern, bitte ich Sie, mich per sofort von Ihrer Versandliste zu streichen.» (rs)
Marilyn Manson – Das H1N1-Virus mutiert weiter. Zunächst nur unter Schweinen verbreitet und letzten April erstmals auf den Menschen übergesprungen, hat es nun Marilyn Manson erwischt. Dass er an Schweinegrippe erkrankt sei, vermeldete der Schockrocker gleich selbst übers Internet. Prompt – und erst noch viel schneller als das Virus – ging das Gerücht um die ganze Welt. «Pech gehabt», denkt man da und wünscht gute Besserung. Nicht so Manson. «Jeder wird jetzt denken, dass ich die Grippe bekommen habe, weil ich mit einem Schwein geschlafen habe», schreibt der 40-jährige Musiker in seinem Myspace-Blog. Damit nicht genug: Um Missverständnisse zu vermeiden, stellte er umgehend klar, dass er mit «Schwein» weder auf seine Ex-Frau Dita von Tesse noch auf seine Liaison mit der Schauspielerin Evan Rachel Wood oder irgendeine andere Affäre anspiele. Der Arzt habe ihm nämlich glaubhaft versichert, «dass die Wahl meiner Frauen in keiner Weise dazu beigetragen hat, dass ich mir diese mysteriöse Krankheit eingefangen habe». Um auch die letzten Zweifel an seiner Gesundheit zu zerstreuen, lässt Patient Manson wissen: «Unglücklicherweise werde ich überleben.» (rs)
Michelle Hunziker – Nun soll sie also ab nächster Woche Thomas Gottschalk bei «Wetten, dass...?» unter die Arme greifen – nachdem der 59-Jährige Blondschopf ganze 22 Jahre lang ohne jegliche fremde Hilfe durch die erfolgreichste Sendung des deutschen Fernsehens geführt hat. Niemand anderes als die vorlaute 32-Jährige, die in Ostermundigen bei Bern und in Zuchwil bei Solothurn aufgewachsen ist, soll für frischen Wind sorgen. Gut, Gottschalk wird selbstverständlich weiterhin auf dem Sofa sitzend durch die Show führen, gemütlich mit den Promis plaudern und zwischendurch vielleicht sogar aufstehen, um den einen oder anderen Showstar auf der Bühne anzukündigen. Die sexy Schweizerin aber, die ihre bislang grössten Erfolge im südlichen Nachbarland feierte (sie wurde von der Presse zu «Italiens schönstem Po» gekürt, war elf Jahre lang mit dem Schnulzensänger Eros Ramazotti verheiratet und sorgte mit der respektlosen Show «Striscia la notizia» auf Silvio Berlusconis Sender Canale 5 Furore) wird dem Publikum temperamentvoll die Wetten und die Kandidaten präsentieren. Wie sagte doch unlängst Schriftstellerin Elke Heidenreich in der Bunten über Gottschalk: «Ich finde nicht, dass er nach all diesen Jahren noch ein guter Moderator ist. Er ist ein müder alter Mann.» Da kommt diese neue Form – eine Art Spitex für alternde Moderatoren – wie gerufen. (rs)
Frank Bodin – Roger Federer sei ein «Jahrhundertsportler», stellte Werber Frank Bodin, CEO von Euro RSCG, kürzlich im Interview mit dem Branchenmagazin Persönlich fest. Der Tenniscrack sei eine Persönlichkeit, die auch neben dem Platz überaus gewinnend auftrete. Zudem verkörpere er die Schweizer Werte und transportiere diese weltweit. Auf die Frage, ob Federer deshalb nicht zum «Werber des Jahres» gekürt werden sollte, meinte Bodin spontan: «Ja, und mich könnte dann ein Witzbold für den ‹Sportler des Jahres› vorschlagen.» Der Vergleich irritiert: Hält sich Frank Bodin etwa für einen Jahrhundertwerber? (rs)
Shakira – Man erinnert sich an eine blondierte Latino-Nixe, die sich mit exzessivem Hüftschwung zu einem Mix aus Pop, Panflöte und Jodel am Strand verausgabte. Immerhin nicht umsonst: Über 75 Millionen Tonträger hat Isabel Mebarak Ripoll alias Shakira inzwischen verkauft und nebenbei ganz uneigennützig die Fundación Pies Descalzos – zu Deutsch Stiftung Barfuss – für kolumbianische Strassenkinder gegründet. Und jetzt erleben wir ihr Comeback als wilde Wölfin mit Dauerwelle in Highheels im Raubtierkäfig. Hechelnd und heulend, mit allerlei Verrenkungen und lackierten Krallen, gibt die 32-jährige Kolumbianerin zu verstehen, dass sie es noch einmal wissen will. Dabei kann ihr asymmetrischer Catsuit im Video zu «She Wolf» nicht verbergen, dass der Käfighaltung ein paar schweisstreibende Stunden beim Fitnesstrainer vorausgegangen sind. Als würde das alles den Erfolg nicht garantieren, wird auf Shakiras offizieller Homepage zur viralen Verbreitung ihres Liedguts aufgerufen – und zwar mit dem «Dust-Prinzip». Dust stehe für «Digital User Shakira Team», heisst es da, «je mehr Arbeit ihr hineinsteckt, desto grösser wird die Belohnung sein». Welche Belohnung? «Wir wissen noch nicht genau, wie diese Belohnung aussehen wird, aber seid gewiss, dass ihr schwer beeindruckt sein werdet.» Aha. «Wenn ihr ein Mitglied der Dust-Crew werden wollt, erhaltet ihr nicht nur Ruhm und Ehre unter den Fans, sondern auch die Tools und Tipps, um die Message über Shakira online zu verbreiten.» Soso. «Wir arbeiten sogar an einem speziellen Dust-Gruss, so dass ihr eure Dust-Kollegen jederzeit grüssen könnt.» Solange Shakira weiterhin kolumbianische Strassenkinder unterstützt, scheint es kein Problem zu sein, dass sie ihre Fans nicht ganz so ernst zu nehmen scheint. (rs)
Jeanette Biedermann – Deutsche Filme bestechen ganz selten durch ihre unverkrampfte Leichtigkeit. Wie zum Beweis flimmerten letzte Woche gleich zwei Beispiele ins Wohnzimmer. Am Dienstag stand «Dörte’s Dancing» (2008) auf dem Programm. Schon das Wortspiel, angelehnt an «Dirty Dancing» (1987) mit Patrick Swayze und Jennifer Grey, liess nichts Gutes vermuten. Tatsächlich ist die Parodie mit Jeanette Biedermann in der Hauptrolle an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Die 28-jährige Schauspielerin, die sich übrigens auch als Popsängerin von einem Misserfolg zum nächsten trällert (aktuelles Album: «Undress to the Beat»), reist als Dörte Brandt nach Virginia an den Originaldrehort des 80-Jahre-Klassikers. Hier begegnet sie dem Mambotänzer Jimmy, der – ach, wie originell! – statt Chevrolet einen Opel Manta mit Fuchsschwanz fährt. Doch es geht noch schlimmer. Tags darauf lief nämlich die deutsch-deutsche Liebeskomödie «Romeo und Jutta» (2009) mit der unschlagbar humorlosen Katja Riemann als Bonner Sekretärin Jutta. Ausgerechnet an einer Demonstration gegen Nato-Waffen verliebt sie sich in den Klavierstimmer Jürgen Stoll – die deutsche Antwort auf Leonardo DiCaprio aus «Romeo and Juliet» (1996) –, der sich dann aber als Heiratsschwindler aus der DDR und Stasi-Agent «Romeo» entpuppt. Wir sind gespannt auf «Dörte und Jutta» – das deutsche Remake des aktuellen Kinoschlagers «Julie and Julia» (2009) mit Meryl Streep und Amy Adams, in dem sich die Kochlöffel schwingenden Katja Riemann und Jeanette Biedermann gegenseitig die Suppe versalzen. (rs)
Stress – Im neusten Video «Saint Profit» rappt er gegen die Profitgier der Manager. Das geht so: «Im Namen des heiligen Profites ist alles erlaubt. Es heisst entweder zu leben oder zu sterben durch oder für das Erdöl. Die Börse gerät in Panik, die Preise explodieren. Man verkauft uns für dumm.» Weniger dumm findet Stress, dass sich sein letztes Album bereits über 85 000-mal verkauft hat. Was für ein Profit für den 31-Jährigen, der eigentlich Andres Andrekson heisst, als 12-Jähriger aus Estland in die Schweiz einwanderte, an der Universität in Lausanne Wirtschaft studierte und die goldenen Regeln des Business bei der Marketingabteilung der Toilettenpapier-Firma Charmin in Genf verinnerlichte. Stress weiss also, wovon er spricht, wenn er rappt: «Nein, nein, nein, die Heuchelei ist ungebrochen, sie regiert dieses ganze Labyrinth. Für uns ist der Profit das Recht auf Almosen.» Milde Gaben werden an der Kasse jedes CD-Ladens dankend entgegengenommen. (rs)
Patrick Schmid – Emotional war am vergangenen Freitag der Abschied vom 51-jährigen Heinz Frei am Leichtathletik-Meeting «Weltklasse Zürich». Es war der letzte Auftritt in der 30-jährigen Karriere des erfolgreichsten Schweizer Behindertensportlers aller Zeiten. Noch einmal zeigte er auf der 1500-Meter-Strecke sein grosses Können, und das Publikum jubelte dem fünffachen Weltrekordhalter und 14-fachen Paralympics-Goldmedaillengewinner begeistert zu. Auch die beiden Moderatoren Peter Minder und Patrick Schmid versuchten, dem aussergewöhnlichen Moment in ihrer TV-Berichterstattung gerecht zu werden. Dabei vergassen sie nicht, die Leistung des 23-jährigen Marcel Hug zu würdigen, der mit grossem Vorsprung als Erster über die Ziellinie rollte. «Er hat das Potenzial, in seine Fussstapfen zu treten», kommentierte Schmid im Eifer des Gefechts. Die beiden Rollstuhlsportler mögen ihm das etwas schiefe Bild verzeihen. (rs)
Michael Schumacher – Nun also doch nicht. Schumi bläst sein auf allen Medienkanälen der Welt herumposauntes Comeback im Grand-Prix-Zirkus ab. Aus gesundheitlichen Gründen will der Ferrari-Pilot am 23. August nun doch nicht anstelle seines verunglückten Teamkollegen und Freundes Felipe Massa in Valencia antreten. Die Kopf- und Halsverletzungen vom privaten Motorradunfall im letzten Februar scheinen gravierender zu sein, als vermutet – sonst wäre ihm die Aussichtslosigkeit seines Vorhabens wohl etwas früher klar geworden. Überhaupt erinnert das Ganze fatal an ein anderes Drama: dasjenige von Michael Jackson. Auch hier begann alles mit der pompösen Ankündigung einer grandiosen Wiederauferstehung. Auch beim «King of Cockpit» kamen Zweifel, als man ihn etwas aufgedunsen im Fitnessraum schwitzen sah. «Nach jedem Training ging er zum Arzt», hiess es aus seinem engsten Umfeld, was seine Fans nicht wirklich beruhigte. Im Gegensatz zu Jacko hat der vierzigjährige Kerpener gerade rechtzeitig die Notbremse gezogen. Für den ultimativen Abgang, mit dem er standesgemäss in die Geschichte eingehen kann, bleiben dem erfolgreichsten Piloten der Formel-1-Geschichte also noch ein paar Jahre Zeit. Möge er sie in seiner Villa in Gland am Genfersee geniessen. (rs)
Britney Spears – Nichts ist mehr so wie vor knapp zehn Jahren, als die Pop-Prinzessin mit dem unschuldigen «Oops! ... I Did It Again» ihren ersten Welthit landete. Der Abstieg begann nach der Heirat mit Background-Tänzer Kevin Federline, von dem sie sich 2006 scheiden liess. Es folgten Alkohol- und Drogenexzesse, Entmündigung und Kampf ums Sorgerecht für die beiden Söhne Sean Preston und Jayden James. Zum Showdown kam es Anfang 2008, als sie sich in ihrer Villa in Los Angeles verbarrikadierte, belagert von Helikopter, Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwagen. Nachdem sie auf einer Bahre aus dem Haus geschafft und mit Blaulicht in die Klinik gebracht worden war, herrschte wieder Ruhe. Bis zum fulminanten Comeback der 28-Jährigen mit dem Album «Circus», zu dem sie sich als sexy durchtrainierte Abstinenzlerin präsentiert. Ausgerechnet jetzt kommen gestohlene Tagebücher aus jener Zeit zum Vorschein, als sie sich im Rausch den Schädel kahlrasieren liess. Damals hatte der Daily Mirror spekuliert, Tausende juckender Kopfläuse hätten ihre Haarverlängerung aufgefressen. Heute weiss der Enquirer, wie es wirklich war: Sie glaubte, man habe ihr einen elektronischen Chip ins Haar implantiert. Wie auch immer, für Skandale scheint Amy Winehouse unterdessen die bessere Besetzung zu sein als die tugendhafte Blondine. (rs)
Roger Köppel – Als überraschend geschickt erwies sich der Weltwoche-Chef auf einer Probefahrt mit dem «Segway». Gelegenheit dazu hatte er anlässlich einer Einladung beim ehemaligen Transportunternehmer Hanspeter Setz in Dottikon, der sich als grosser Fan dieses innovativen Elektrogefährts bekannte. Allein durch leichte Verlagerung des Körpergewichts lässt sich auf ihm die Fahrtrichtung bestimmen; spielend leicht manövriert es sich nach links oder rechts, vor- und rückwärts. Das ideale Gefährt also, um innert weniger Minuten perfekt gekleidet zum Tele-Züri-Interview oder zum Treffen im «Sprüngli» am Paradeplatz zu erscheinen. Nun überlegt sich Köppel die Anschaffung des politisch korrekten und überaus agilen Mobils. Bisher musste er sich immer das klapprige Fahrrad eines Mitarbeiters ausleihen und riskieren, dass sich die Hose in der Kette verfing. (rs)
Pius Walker – Wie kommen Werber in die Schlagzeilen? Diese Frage gab kürzlich in Cannes zu reden, wo sich am 56. internationalen Werbefilm-Festival die Reklamebranche ihr jährliches Stelldichein gab. Doch der rote Teppich vom vorausgegangenen Filmfestival war längst eingerollt, und die letzten Papparazzi hatten sich verzogen. Einmal mehr fand der Anlass - abgesehen von der Stippvisite der beiden Klimaschützer Kofi Annan und Bob Geldof - nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Müssen also die Werber wie die Hollywood-Stars ihre Hotelzimmer verwüsten, um endlich von der Klatschpresse wahrgenommen zu werden? Oder sollen sie wie Brangelina und Madonna ein Kind adoptieren oder sich à la Britney Spears kahlrasieren und tätowieren lassen? Im Online-Forum des Werbemagazins Persönlich echauffierte sich unter dem Pseudonym «Rocky Albula» ein anonymer Kommentator über solcherlei Gedankenspiele. Als Absender wurde Pius Walker vermutet, Jurymitglied in Cannes, mehrfacher «Werber des Jahres», Inhaber der «kleinsten Werbeagentur der Welt» (Selbsteinschätzung) und Schöpfer des neuen SP-Slogans «Ja». Doch who the fuck ist Pius Walker? Da hat Rocky Albula definitiv mehr Starpotenzial. (rs)
Avril Lavigne – Mit siebzehn hatte sie mit «Complicated» einen Hit, der in der Hitparade der nervigsten Ohrwürmer ganz weit vorne rangiert. Optisch kultivierte die als «Anti-Britney» gefeierte Kanadierin einen Punk-Look mit Militärhosen, Nietenarmband, klobigen Schuhen und schwarzumrandeten Augen. «Ich bin kein Plastikprodukt», sagte sie, «ich gehe mit den Jungs aus meiner Band skaten, und wenn ich kein T-Shirt zum Wechseln habe, trage ich es auch noch am nächsten Tag.» Das war vor sieben Jahren. Nach wie vor begeistern sich Globalisierungsgegner auf der ganzen Welt für ihre Songs, und als modisches Accessoire hat die heute 25-jährige den so genannten «Peace-Bag» für Amnesty International gestaltet. Jetzt ist ihr erstes Parfüm auf dem Markt. Es heisst «Black Star», und der Kragen des Flacons ist ein Nietenhalsband wie von einem Kampfhund. Das riecht sicher nach verkifftem Konzertschuppen, denkt man sogleich. Aber nein, es ist ein fruchtig-blumiger Duft aus rosa Hibiskus, schwarzer Pflaume und dunkler Schokolade. «Eine Verschmelzung von Punk und Glamour», faselt Lavigne. Welche Enttäuschung für alle, die an sie geglaubt haben! Britney Spears hingegen ist sich treu geblieben. Ihr mittlerweile siebtes Parfüm heisst «Hidden Fantasy». Es betört mit seiner süssen Kirsch- und Vanillenote. (rs)
Lady Bitch Ray – Sie wurde als «Alphamädchen einer neuen Generation hedonistischer Feministinnen» (Tagesspiegel) bezeichnet. Doch jetzt wird die 28-jährige Skandalrapperin Lady Bitch Ray, die eigentlich Reyhan Sahin heisst, in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Diagnose: Burnout-Syndrom. «Auch Stars haben Depressionen», erklärte sie der Bild-Zeitung, sie habe sich einfach zu viel zugemutet. Sämtliche Konzerttermine wurden abgesagt; ein herber Schlag für die Fans der gefeierten Rapperin mit Uni-Abschluss. Auf welche Botschaften sie verzichten müssen, offenbart ein Blick in ihre Diskografie: «Ich hasse dich», «Du bist krank», «Suck It» oder «Fick mich» heissen die Titel. Die psychohygienische Wirkung der expliziten Lyrik bleibt umstritten. (rs)
Kate Winslet – Seit die «Titanic»-Sirene von einem US-Kosmetikkonzern vor ein paar Wochen zur «Ultimate Natural Beauty» gekürt worden ist, lässt sich die 33-jährige Schauspielerin nur noch (scheinbar) ungeschminkt blicken. «Sie hat einen klassischen englischen rosigen Teint», so die Jury, «sie braucht nicht viel Schminke, um fantastisch auszusehen.» Dieses Phänomen konnte die Modejournaille nicht ignorieren – und schon war der «Nude Look» als neuer Megatrend ausgerufen. Doch die Wolle-Seide-Bast-Fraktion hatte sich zu früh gefreut. Denn erst jetzt kam ans Licht, wie kompliziert es ist, den ausgeklügelten Ungeschminkt-Look perfekt hinzubekommen. Seitenweise druckten die Hochglanzmagazine Anleitungen zum Nachahmen des Winslet-Stils. Zu verwenden seien Grundierung (etwas heller als der natürliche Hautton), flüssiger Eyeliner, Augenbrauenstift, verschiedene Creme-Lidschatten (zartes Hellbraun oder Beige), Transparentpuder, Lipliner, Lippenstift (je heller, desto besser; am besten in rosé- oder sandfarbenen Tönen) und Mascara (Braun statt Schwarz). Entscheidend sei, dass das Make-up dem natürlichen Teint so sehr ähnelt, dass es kaum noch als solches zu erkennen sei. Bei all diesem Aufwand wird sich manche emanzipierte Frau nach Botox, Permanent-Make-up und Silikoneinlagen zurücksehnen. (rs)
Katy Karrenbauer – Bekannt wurde sie mit der RTL-Serie «Hinter Gittern – der Frauenknast», wo sie die Rolle der maskulinen Bankräuberin Christine, «Walter» gerufen, spielte. Sechs Jahre lang ging es dort um lesbische Liebe, Drogen und sadistische Aufseher. Ende 2007 war Sendeschluss, und seither versinkt die 47-jährige Schauspielerin immer tiefer im Schuldensumpf. Bis sich vor kurzem ein unbekannter Herr bei ihr meldete und ihr ein unmoralisches Angebot unterbreitete: eine halbe Million Euro für Domina-Sex. Sechs Mal wollte sich der angebliche Erbe aus Bonn, der auf Lack und Leder stehe, mit Karrenbauer treffen. «Ich würde lügen, wenn ich behauptete, nicht einen Moment über dieses Angebot nachgedacht zu haben», sagte die 47-jährige Schauspielerin einem Online-Journalisten. Doch lieber wolle sie die 400 000 Euro Schulden «auf andere Art und Weise abstottern». Einen Anfang machte sie nun mit dem Buch «Das Leben ist kein Fischfurz» (Novum-Verlag, € 15.50). Auch der devote Verehrer dürfte Karrenbauers Lebensbeichte gekauft und auf 353 Seiten von ihrer schwierigen Vergangenheit – von Magersucht über Telefonsex bis zu Panikattacken – gelesen haben. Damit hat er doch immerhin € 499 984.50 gespart. (rs)
Matthew C. Applegate – Er nennt sich Pixelh8 und ist der Superstar eines neuen Genres in der elektronischen Musik: dem Chiptune. Dieses charakterisiert sich durch den Verzicht auf die aktuellen technischen Möglichkeiten und hat seinen Ursprung in der Heimcomputer- und Videospiel-Ära. Musikalisch geprägt hat Applegate in den achtziger Jahren Nintendo-Held Super Mario, der geräuschvoll über Hindernisse hüpfte, Münzen einsammelte und Pilze verspeiste. Für seine Chiptune-Musik bastelt der 31-jährige Tüftler aus dem englischen Suffolk aus alten 8-bit-Konsolen und Heimcomputern wie Game Boy, Commodore 64 oder Atari 2600 seine Instrumente. Bereits konnte der Rothaarige mit dem wirrem Vollbart für Radio 1 von BBC auftreten; im selben Studio wie einst die Beatles, Led Zeppelin und Jimmy Hendrix. Von London über Berlin bis Tokio formiert sich eine verzückte Chiptune-Bewegung, die an Partys den Retro-Techno aufleben lässt. Und schon entwickelt sich als nächster Trend der «Nerdcore»: weisser, elitärer Hiphop, bei dem die Performer nicht über Gewalt und Sex rappen, sondern über hochkomplexe Software-Probleme. (rs)
Stephan Eicher - «Schweizer Bauern? Ja, unbedingt!» sagt Musiker Stephan Eicher mit betroffen-vorwurfsvollem Blick auf einem Plakat des Schweizerischen Bauernverbands (SBV). Wir sind gespannt, ob er nach dem mutigen Bekenntnis das Bauernhemd im Edelweisslook auch an seinen Konzerten überstreift. (rs)
Roger Federer – Jetzt wissen wir es also: Roger Federer und seine Frau Mirka haben ihre Zwillingstöchter Charlene Riva und Myla Rose getauft. Während erstere vielleicht noch von US-Schauspielerin Charlene Tilton inspiriert sein könnte, die in der Fernsehserie Dallas als Lucy Ewing ihre blonde Mähne schüttelte, fehlt bei der Zweitgenannten ein berühmtes Vorbild (oder kennt jemand die amerikanische Schriftstellerin Myla Goldberg und ihren Roman «Nur ein Tropfen Glück»?). Wenn Prominente Ihre Kinder benennen, werden sie oft unheimlich kreativ. Das gilt etwa für Gwyneth Paltrow, die stolze Mutter von Apple Blythe Alison und Moses Bruce Anthony, oder Uwe Ochsenknecht («Männer»), den Vater von Wilson Gonzalez, Jimi Blue und Cheyenne Savannah. Ashlee Simpson ruft ihren Sohn Bronx Mowgli und Madonna ihre leiblichen Kinder Lourdes Maria und Rocco John (die adoptierten heissen schlicht David und Mercy). Wie immer zu den Originellsten gehören Angelina Jolie und Brad Pitt: aus Maddox, Pax und Zahara besteht «Brangelinas» Rasselbande. Mit Brooklyn, Cruz und Romeo zeugt auch der Nachwuchs von David und Victoria Beckham von Ideenreichtum. Noch verrückter wird es allerdings, wenn Musiker Babynamen texten. Während Nina Hagens Tochter Cosma Shiva noch verhältnismässig harmlos klingt, müssen sich die Töchter von Rocklegende Bob Geldof mit Fifi Trixibelle, Peaches Honeyblossom und Pixie Frou-Frou durchs Leben schlagen. Frank Zappa mutete seinem Nachwuchs die Namen Diva Thin Muffin Pigeen, Dweezil und Moon Unit zu, und Anthony Kiedis von den Red Hot Chili Peppers und Ex-Model Heather Christie rufen ihr Söhnchen Everly Bear (als Referenz an die Everly Brothers). Auch die Nachkommen von Michael Jackson selig werden den «King of Pop» so schnell nicht vergessen; sie heissen Prince Michael, Paris Michael Katherine und Prince Michael II. Von Hollywood zurück in die Schweiz: Die beliebtesten Mädchennamen sind gemäss Bundesamt für Statistik: Lena, Sara, Nina, Laura, Julia, Alina, Lea und Lara. Kein Wunder, werden die alle nie berühmt. (rs)
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